Konflikt über Stellenabbau
Einigung bei Continental

Beim Autozulieferer Continental haben Arbeitnehmerseite und Geschäftsführung ihren Streit über den Abbau von 320 Stellen in der Pkw-Reifen-Fertigung in Hannover endgültig beigelegt.

HB HANNOVER. Wie Vorstand sowie Gewerkschaft IG BCE und Betriebsrat am Dienstag mitteilten, wird die Pkw-Reifenproduktion in Hannover-Stöcken mit 320 Beschäftigten bis Ende 2007 geschlossen. Dabei soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Außerdem wird eine Qualifizierungs-Gesellschaft gegründet.

Bereits vor zwei Wochen hatte es eine weitgehende Einigung gegeben. Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan sollen nun unverzüglich aufgenommen werden. Der gesamte Conti-Standort Stöcken mit mehr als 3000 Beschäftigten soll für den Abbau der Beschäftigung in der Pkw-Reifenfertigung entschädigt werden. So soll in der dortigen Lkw-Reifenfertigung eine neue „High-Tech-Zelle“ mit rund 30 Arbeitsplätzen installiert werden. Zudem wird die Forschung und Entwicklung gestärkt.

Für den Standort sollen ferner „Zukunftsperspektiven“ geprüft werden. IG BCE-Verhandlungsführer Werner Bischoff sagte, es könne etwa darüber gesprochen werden, ob möglicherweise andere Produktionen nach Stöcken kommen könnten. Conti-Personalchef Thomas Sattelberger lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Der Personalabbau in der Pkw-Reifenfertigung soll etwa über Altersteilzeit oder innerbetriebliche Versetzungen bewerkstelligt werden. Anfang 2008 startet eine Qualifizierungs-Gesellschaft für dann noch betroffene Mitarbeiter. Sie bietet etwa Umschulungen oder Weiterbildungen an.

Sattelberger sprach von „harten, aber letztlich konstruktiven Verhandlungen“. Die Einigung zeige den Beschäftigten eine Zukunftsperspektive auf und eröffne dem Unternehmen den „notwendigen Handlungsspielraum“.

Für den Fall eines Scheiterns der Verhandlungen hatte die Gewerkschaft mit Streiks bei Conti gedroht. Die im November 2005 angekündigte Schließung der Pkw-Reifenfertigung in Stöcken hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer hatte die ursprünglich für Ende 2006 geplante Stilllegung damit begründet, dass das Wachstum in der Reifensparte geringer ausgefallen sei als erwartet. Stöcken sei der kleinste und teuerste Standort.

Arbeitnehmervertreter sowie Politiker aller Parteien hatten Wennemer Profitgier vorgeworfen. Die Pkw-Reifenfertigung sei profitabel. Außerdem hätten die Beschäftigten dort erst im Frühjahr 2005 etwa längeren Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich zugestimmt. Eine entsprechende Betriebsvereinbarung hatte Conti gekündigt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%