Konjunktur
Baubranche atmet auf

Den milliardenschweren Konjunkturprogrammen sei Dank: Die deutsche Baubranche verzeichnet das erste Auftragsplus seit fast einem Jahr. Während die Investitionen im öffentlichen Bau und bei privaten Wohnungen halfen, gingen die Aufträge im größten Segment, dem Wirtschaftsbau, zurück.

HB BERLIN. Der Sinkflug der deutschen Baubranche ist gestoppt: Milliardenschwere Investitionen der Bundesregierung sorgten im August für das erste Auftragsplus seit fast einem Jahr. Die Nachfrage zog preisbereinigt um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Noch im Juli hatte es ein Minus von 8,4 Prozent gegeben.

"Die Konjunkturprogramme ziehen", sagte der Sprecher des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), Heiko Stiepelmann. "Die öffentlichen Ausgaben haben die Ausfälle im Wirtschaftsbau erstmals kompensiert." Die Aufträge für den öffentlichen Bau zogen HDB-Angaben zufolge um 11,1 Prozent an. "Darin spiegeln sich die höheren Ausgaben der Regierung für Bundesfernstraßen und Autobahnen wider", sagte Stiepelmann.

Das Konjunkturprogramm half aber auch dem privaten Wohnungsbau auf die Sprünge. Hier zog die Nachfrage um vier Prozent an - vor allem wegen der staatlichen Förderung der ökologischen Gebäudesanierung. "Das ist eine gute Zeit für Bauherren, zumal auch die Baupreise gesunken sind", sagte Stiepelmann. Der Wirtschaftsbau, die größte Bausparte, ging dagegen um sechs Prozent zurück. Viele Unternehmen scheuen angesichts leerer Auftragsbücher größere Investitionen.

In den ersten acht Monaten lagen die Auftragseingänge preisbereinigt um 9,6 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Die Umsätze schrumpften um 7,3 Prozent auf 49,3 Mrd. Euro. Der HDB rechnet für das Gesamtjahr mit einem Minus von 4,5 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten im Baugewerbe lag Ende August mit 705.000 um 15.000 oder 2,1 Prozent niedriger als vor Jahresfrist.

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