Konjunktur
Dax-Konzerne: Ende des Schreckens

Im zweiten Quartal haben sich die Ergebnisse der meisten Dax-Unternehmen stabilisiert. Trotz weltweiter Finanz- und Wirtschaftskrise und der schwersten Rezession der Nachkriegsgeschichte verdient die große Mehrheit der exportorientierten Unternehmen immer noch Geld. Dank massiver Sparprogramme.

HB DÜSSELDORF. Kein Dax-Konzern kann sich der Krise entziehen, abgesehen von einer Ausnahme. Der Gesundheitskonzern Fresenius und seine Dialysetochter FMC steigern auch in diesem Jahr ihre Umsätze und Gewinne um jeweils gut zehn Prozent. Sie stehen wieder vor einem Rekordjahr - und damit allein auf weiter Flur. Denn die große Mehrheit der 30 Dax-Konzerne musste im ersten Halbjahr immense Rückgänge bei Aufträgen, Umsätzen und Gewinnen hinnehmen.

Nach einem Gewinneinbruch von 63 Prozent in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahr waren es im zweiten Quartal gut 45 Prozent. Statt fünf Mrd. Euro im ersten Quartal fuhren die Konzerne diesmal ein Ergebnis von sieben Mrd. Euro ein. Im Schlussquartal 2008 stand noch ein Minus von 8,5 Mrd. Euro zu Buche. Das ergeben Berechnungen der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und des Handelsblatts. Der Abwärtstrend ist also gestoppt.

Mussten Unternehmen und Analysten bislang ihre Erwartungen Monat für Monat immer weiter herunterschrauben, so konnten die Dax-Konzerne diesmal die Prognosen für das zweite Quartal zumindest in der Summe erfüllen. "Die Gewinnerwartungen beginnen sich zu stabilisieren. Damit hatten wir erst im Herbst gerechnet", sagt Andreas Hürkamp von der Commerzbank. Vor allem Banken und Versicherungen schnitten dank ruhigerer Finanzmärkte besser ab als erwartet.

Und noch etwas überrascht: Trotz weltweiter Finanz- und Wirtschaftskrise und der schwersten Rezession der Nachkriegsgeschichte verdient die große Mehrheit der exportorientierten Unternehmen immer noch Geld. Nur fünf der 30 Dax-Konzerne müssen angesichts miserabler Quartals- und Halbjahreszahlen auch im Gesamtjahr mit roten Zahlen rechnen, wie sich aus den Berechnungen ergibt. Neben der teilverstaatlichten Commerzbank zeichnet sich für die Autokonzerne Daimler und BMW sowie für den Stahlriesen Thyssen-Krupp und die Deutsche Lufthansa ein Gesamtjahresverlust ab.

Thyssen-Krupp legt seine Bilanz zwar erst heute vor, dann aber bereits für das dritte Geschäftsquartal. In den ersten beiden Quartalen wies das Unternehmen einen Verlust von 362 Mio. Euro aus. Als wären sinkende Nachfrage und Preise nicht genug, belastet den Konzern vor allem die fünf Mrd. Euro teure neue Stahlhütte in Rio de Janeiro. Zwar hilft Brasiliens Rohstoffriese Vale aus, so dass Thyssen-Krupp weniger Kosten entstehen. Aber die explodieren im gleichen Maße, wie Vale seine Beteiligung aufstockt.

Seite 1:

Dax-Konzerne: Ende des Schreckens

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%