Konjunktur
Düstere Zeiten für Werkzeugmaschinenbauer

Horror-Meldung der deutschen Werkzeugmaschinen-Hersteller: Die Aufträge sind im ersten Halbjahr um 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Der Verband warnt: Sollte in der zweiten Jahreshälfte das Geschäft nicht wieder anziehen, würden die Unternehmen wohl nicht um einen Arbeitsplatzabbau herumkommen.

HB DÜSSELDORF. Die Hersteller von Werkzeugmaschinen in Deutschland kommen aus der Krise nicht heraus. Nach einem Einbruch der Bestellungen im ersten Halbjahr um fast 70 Prozent sei keine Trendwende in Sicht, teilte der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) am Mittwoch mit. Sollte in der zweiten Jahreshälfte das Geschäft nicht wieder anziehen, würden die Unternehmen wohl nicht um einen Arbeitsplatzabbau herumkommen.

Die Kunden der Werkzeugmaschinenbauer hielten sich wegen der eingebrochenen Industrieproduktion weiter zurück. Zusätzliche Kapazitäten würden nicht gebraucht und wegen der Stillstände von Maschinen laufe auch das Servicegeschäft immer schlechter. „Zuwächse, die in diesen Tagen für die Industrieproduktion gemeldet werden, kommen noch lange nicht in unserer Branche an“, betonte der VDW.

In den ersten sechs Monaten gingen die Orders für die Branche, die zu den fünf größten Zweigen im Maschinenbau gehört, gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 67 Prozent zurück. Damit sind die Hersteller noch härter von der Wirtschaftskrise getroffen als der gesamte deutsche Maschinenbau, der zum Halbjahr bei den Bestellungen ein Minus von 46 Prozent verbuchte. Die Anlagen der Werkzeugmaschinenhersteller stehen am Anfang der Produktionskette. Die Entwicklung der Branche ist damit ein wichtiger Indikator für die Lage der gesamten Industrie.

Am Dienstag hatte der weltgrößte Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister ein düsteres Bild für 2009 gemalt. Frühestens 2010 könne es im Werkzeugmaschinenbau langsam wieder aufwärts gehen, sagte Vorstandschef Rüdiger Kapitza. Gildemeister kündigte an, weitere 500 Arbeitsplätze zu streichen. Der Verband befürchtet, dass andere Unternehmen diesem Beispiel bald folgen könnten. Viele Firmen setzten bislang auf Kurzarbeit und warteten die zweite Jahreshälfte ab.

„Zeigt sich dann immer noch kein Licht am Ende des Tunnels, wird es wohl hier auch zu Einschnitten kommen müssen.“ Die Hersteller beschäftigten gut 70 000 Mitarbeiter in Deutschland.

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