Konjunktureller Aufbruch?
Autobranche hofft auf Messe-Impulse

Auf eine Frühjahrsbelebung hofft die deutsche Autobranche nach einem schwachen Start ins Jahr 2005. Zum Auftakt der Leipziger Automobilmesse AMI sagte der Präsident des Verbandes der Importeure von Kraftfahrzeugen (VDIK), Volker Lange, im ersten Quartal sei mit 740 000 Neuzulassungen der Vorjahreswert um 3,3 Prozent unterschritten worden.

HB LEIPZIG. Er sehe die Messe dennoch als Chance für einen konjunkturellen Aufbruch. Nach Einschätzung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer ist der deutsche Automarkt im März tief in die Rezession abgerutscht. Auch für April ist er pessimistisch. Der Automobilsalon in Leipzig verbucht in diesem Jahr mit 467 Ausstellern aus 23 Ländern eine Rekordresonanz. Bis zum 10. April werden 270 000 Besucher erwartet.

„Wir erwarten für den März nur noch 310 000 Neuzulassungen. Das sind sechs Prozent weniger als im Vorjahr, als 333 000 Autos neu zugelassen wurden“, sagte Dudenhöffer, Geschäftsführer des Prognose- Instituts B&D-Forecast und Professor für Automobilwirtschaft in Gelsenkirchen, der „Financial Times Deutschland“ (Online-Ausgabe). Damit wäre der abgelaufene Monat der schwächste März seit der Wiedervereinigung. Noch nicht berücksichtigt seien die negativen Auswirkungen der Feinstaubdebatte. „Das wird sich erst im April so richtig auswirken.“

In Leipzig locken die Hersteller die Besucher mit insgesamt 120 Modellpremieren, darunter 8 für den Weltmarkt. VW präsentiert erstmals seine Modelle Fox und Polo, mit denen der Autohersteller seinen Absatz forcieren will. Mit dem in Brasilien produzierten Kleinwagen Fox, der in der Basisversion 8950 Euro kostet, bietet VW in Deutschland und Europa erstmals einen Wagen unter 10 000 Euro an. VW hatte dieses Segment lange vernachlässigt. Der Fox soll Ende April zunächst in Deutschland auf den Markt kommen - ebenso wie der neue Polo, der neben dem Golf und dem Passat zu den drei meistverkauften VW-Modellen gehört. Polo wie Fox sind in ihren Dieselvarianten nach VW-Angaben nicht mit einem Rußpartikelfilter erhältlich.

Opel überraschte in Leipzig positiv. Nach vorläufigen Absatzzahlen hat der schwer zu kämpfende Hersteller seinen Marktanteil im März in Deutschland auf mehr als 11 Prozent erhöht. „Damit sind wir wieder die Nummer zwei in Deutschland“, sagte Verkaufschef Jean-Marc Gales. Bei den Zulassungszahlen für das gesamte erste Quartal habe Opel ebenfalls DaimlerChrysler vom zweiten Platz verdrängt.

„Die AMI als das Frühjahrsschaufenster der Automobilindustrie präsentiert die modernsten und umweltfreundlichsten Autos“, sagte VDIK-Präsident Lange. Messe-Chef Wolfgang Marzin wies daraufhin, dass die Marketingaktionen in den EU-Beitrittsländern verstärkt worden sind. Vor allem aus Polen und Tschechien würden deutlich mehr Fachbesucher und Autofans erwartet als bisher.

Lange warnte in der Debatte um zu hohe Feinstaubkonzentrationen vor Hysterie und forderte klare Entscheidungen von der Bundesregierung. Audi kündigte von Herbst an Lösungen zur Nachrüstung von Partikelfiltersystemen für Dieselfahrzeuge an. Nach Ansicht der Sachverständigenorganisation Dekra gehört umweltfreundlichen Hybrid- Fahrzeugen mit mehreren Antriebsarten die Zukunft. Vor allem die Kombination Elektro-und Benzinmotor, werde in Zukunft an Bedeutung gewinnen, sagte Dekra-Geschäftsführer Clement Klinke.

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