Konjunkturflaute
Chemieriese Sabic mit herbem Gewinnrückgang

Arabische Chemiekonzerne haben eigentlich einen entscheidenden Vorteil - sie haben einen leichten Zugang zu wichtigen Ölquellen. Doch vor der Konjunkturflaute sind auch sie nicht gefeit, wie die Zahlen des Chemieriesen Sabic zeigen. Der saudiarabische Konzern muss einen herben Gewinnrückgang verkraften.
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HB RIAD. Der saudiarabischen Chemieriese Sabic hat infolge der weltweiten Konjunkturflaute im vierten Quartal einen unerwartet herben Gewinneinbruch verzeichnet. Der Gewinn im Schlussquartal sei binnen Jahresfrist um 95 Prozent auf 311 Millionen Rial (umgerechnet 64,1 Millionen Euro) geschrumpft, teilte das Unternehmen in Riad mit. "Der deutliche Ergebnisrückgang im vierten Quartal ist allgemein auf die fallende Nachfrage nach petrochemischen Produkten und Metall zurückzuführen", erklärte das Unternehmen. Sabic stellt Petrochemikalien und Kunststoffe her und ist zudem der größte Stahlproduzent am arabischen Golf. Das Unternehmen ist einer der größten Konkurrenten des deutschen Chemieriesen BASF.

Anleger regierten mit starken Verkäufen auf die Zahlen für die Monate Oktober bis Dezember. Die Aktie büßte fast zehn Prozent ein. "Die Zahlen dürften für viele Investoren ein Schock sein, insbesondere die Kleinanleger", kommentierte Laurent-Patrick Gally vom Bankhaus Shuaa Capital in Dubai den Quartalsbereicht.

Sabic hatte bereits im November davor gewarnt, dass der Nachfrageeinbruch bei Chemikalien und der rasche Preisverfall sich auf den Gewinn im vierten Quartal auswirken werde. Die Zahlen des saudischen Konzerns sind ein Beleg dafür, dass auch Chemieunternehmen am Golf, die einen leichten Zugang zu den wichtigsten Rohstoffquellen besitzen, nicht vor der Konjunkturkrise gefeit sind.

Wie stark mittlerweile der Abwärtstrend in der Chemiebranche weltweit ist, hat auch der Branchenprimus BASF verdeutlicht. Der Ludwigshafener Konzern sieht keine konjunkturelle Besserung in den nächsten Monaten. Das Geschäft sei Dezember noch stärker als im November erwartet eingebrochen und die Nachfrage habe sich auch in der ersten Januarhälfte nicht belebt, erklärte BASF.

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