Konjunkturflaute und hohe Rohstoffpreise
Renault senkt Absatzprognose

Der französische Autobauer Renault hat seine Absatzprognose für das kommende Jahr unter anderem wegen schwacher Verkaufszahlen in Europa gesenkt. Außerdem kündigte der Konzern weitere Sparmaßnahmen an. Gewerkschaftsvertreter befürchten den Abbau tausender Stellen.

HB BOULOGNE-BILLANCOURT. Die wirtschaftliche Lage habe die schlimmsten Szenarien bei weitem übertroffen, die man noch vor zwei Jahren erwogen habe, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Renault reduzierte seine Absatzerwartungen für 2009 daher um 300 000 Fahrzeuge auf drei Mill. Stück. Zudem kündigte Europas sechstgrößter Autohersteller nach Verkaufszahlen zusätzliche Kostensenkungen an. Renault-Aktien gaben bis zum Nachmittag mehr als zwei Prozent nach.

Die geplanten Sparmaßnahmen könnten nach Angaben von Gewerkschaftsvertretern den Abbau von 6000 Stellen nach sich ziehen. Konzernchef Carlos Ghosn wollte dazu keine konkreten Zahlen nennen. In einer Konzernmitteilung hieß es, man erwäge einen Plan für Abfindungen vor allem in Europa. Um die Kosten weiter zu senken, kündigte Renault überdies einen Einstellungsstopp für Europa an, zudem sollen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Relation zum Umsatz sinken. Damit sollen zusätzliche 350 Mill. Euro in 2009 und 500 Mill. Euro in 2010 eingespart werden. Auch der Austausch des zugkräftigen Minivan-Modells Espace soll aus Kostengründen verschoben werden.

Zu schaffen machen Renault die Verlangsamung des Wachstums und der Rückgang des Verbrauchervertrauens in Europa sowie anhaltend hohe Preise für Öl und Rohmaterialien. Vor allem in Spanien, Italien und Großbritannien verzeichnet der Konzern eine Absatzschwäche. Ghosn zufolge bereiten dem Autobauer aber auch die Märkte in Frankreich und Deutschland Sorgen. Sollte der europäische Markt anstelle der erwarteten vier Prozent gar um zehn Prozent zurückgehen, werde Renault seine Ziele weiter senken müssen, warnte der Konzernchef. „Wir können nicht wie die amerikanischen und japanischen Hersteller auf Exporte ausweichen. Im Gegensatz zu ihnen haben wir keinen schwachen Yen oder Dollar.“ Die gestiegenen Kosten durch teurere Rohstoffe will der Autobauer Ghosn zufolge auch mit einer Anhebung der Preise um zwei bis drei Prozent auffangen.

Im ersten Halbjahr übertraf der Konzern mit Gewinn und Umsatz jedoch die Markterwartungen. Das Nettoergebnis stieg auf 1,467 Mrd. Euro nach 1,073 Mrd. im Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn wuchs auf 845 Mill. Euro von 689 Millionen. Der Gesamtumsatz legte um 2,3 Prozent auf 20,942 Mrd. Euro zu. Für das Gesamtjahr 2008 erwartet Finanzchef Thierry Moulonguet einen Umsatz von rund 42 Mrd. Euro.

Auch Volkswagen, Peugeot Citroen und Fiat hatten mit ihren am Mittwoch vorgelegten Zahlen die Erwartungen übertroffen. Die Unternehmen warnten jedoch ebenfalls vor härteren Zeiten.

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