Konjunkturflaute
Zementabsatz in Deutschland bricht ein

Mit der Konjunturflaute fällt auch die Nachfrage nach Zement. Die Zementnachfrage gilt als Barometer für die Entwicklung der Baubranche. Der Branchenverband BDZ erwartet einen deutlichen Rückgang und ein schwieriges Geschäftsjahr 2009. Steigende Energiekosten und der Emmissionshandel könnten die Zukunft der Branche gefährenden.

DÜSSELDORF. Die Zementindustrie erwartet für das kommende Jahr wegen der Konjunkturflaute in Folge der Finanzkrise einen Absatzrückgang. Der Zementabsatz werde 2009 um drei bis vier Prozent zurückgehen, sagte Martin Schneider, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands BDZ. Dies werde sich aber voraussichtlich erst im zweiten Halbjahr in aller Deutlichkeit zeigen. Revidiert hat der BDZ auch die Prognose für das zuendegehende Jahr. Ursprünglich rechnete der Verband mit einem Plus von fünf Prozent, jetzt geht er nur noch von ein bis zwei Prozent aus. Die Zementnachfrage gilt als Barometer für die Entwicklung der Baubranche. Diese stellt sich für 2009 auf ein schwieriges Jahr ein.

Impulse erhofft sich die Zementbranche vom Konjunkturpaket der Bundesregierung. Sorgen bereiten allerdings die stark gestiegenen Energiekosten und die künftige Ausgestaltung des Emissionshandels. Sollten die Zementhersteller für CO2-Verschmutzungsrechte ab 2013 zahlen müssen, statt sie umsonst zu erhalten, sieht die Verband die Wettbewerbsfähigkeit bedroht. „Das wäre eine Katastrophe“, meinte Schneider. Dies würde zu jährlichen Zusatzkosten von 800 Mio. Euro führen. Bis Jahresende will sich die EU auf eine Reform des CO2-Emissionshandels verständigt haben. Umstritten ist, ab wann und wieviel die energieintensive Branche für die Belastung der Umwelt zahlen muss. Deutschland will durchsetzen, dass sie die CO2-Zertifikate kostenlos erhält.

Der größte deutsche Hersteller Heidelberg Cement senkt angesichts der Konjunkturflaute bereits die Kosten. Auch die weltweite Nummer zwei, die Schweizer Holcim, schließt Werke in den USA und Spanien. Weltmarktführer Cemex aus Mexiko will in Deutschland (ehemals Readymix) drei Produktionsanlagen schließen, aber den Standort Ratingen erhalten. Befürchtete Abwanderungspläne der Deutschland-Zentrale sind vom Tisch. Cemex verkauft zwar die Firmenimmobilie, wird aber Mieter im Neubau.

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