Konjunkturkrise
Industrie fürchtet sich nicht vor Abschwung

Während die Börsen sich im Sinkflug befinden und neue Prognosen einen deutlichen Abschwung vorhersagen, bleibt die deutsche Industrie zuversichtlich, als ginge sie die Krise nichts an. Das erinnert stark an 2008.
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FrankfurtDie Aussichten für die deutsche Konjunktur werden immer düsterer. Der Kurssturz an den Börsen und die schwindende Dynamik der Weltwirtschaft haben das deutsche Wachstum ausgebremst. Auch die Staatsschuldenkrise spitzt sich zu und macht Deutschland, vor kurzem noch als Konjunkturlokomotive Europas gefeiert, zunehmend zu schaffen. Der Export lahmt und fällt als Wachstumstreiber aus.

Längst haben sich die Experten vom XXL-Wachstum verabschiedet - dennoch schlug eine Botschaft aus Paris am Donnerstag ein wie der Blitz: Die OECD sagte voraus, dass die deutsche Wirtschaft zum Jahresende schrumpfen werde. Doch die Realwirtschaft will von all dem nichts wissen. Deutsche Schlüsselindustrien bleiben zuversichtlich - das gilt für die Autohersteller genauso wie für Maschinenbauer und die Elektrotechnik.

Das alles erinnert stark an 2008: Während die Finanzkrise schon mit voller Wucht aus den USA nach Europa hinüberschwappte, sagten Ökonomen und Unternehmer, die Realwirtschaft sei nicht betroffen. Kurz darauf stürzte die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession der Nachkriegsgeschichte. Kürzlich sagte auch Deutschlands mächtigster Banker Josef Ackermann: „All dies erinnert an den Herbst 2008.“

Die Geschichte könnte sich also wiederholen. Behalten die Volkswirte der OECD recht, wäre Deutschland im Schlussquartal 2011 die schwächste große Industrienation der Welt - schwächer selbst als die USA, deren Notenbank Fed Unsummen in die Märkte pumpt und Dauer-Tiefzinsen versprochen hat - und deren Regierung trotz hoher Staatsschulden ein umfassendes Konjunkturprogramm plant.

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  • Was im Euroraum verändert werden müsste:
    wichtig wäre dass der Geldtransfer über die Leistungsbilanzüberschüsse nach Deutschland und ein paar andere Länder aufhört.
    Die jetzige Verträge schützen die Industrie der wirtschaftlich schwache Euroländer nicht genug.
    Diese Verträge könnten nur funktionieren wenn alle Euroländer gleich stark wären und gleiche natürliche Standortvorteile hätten. Das ist aber bei weitem nicht der Fall.
    Man kann sich das so vorstellen, eine Familie sitzt am Esstisch und jeder bedient sich so wie er kann und nach Kräfte. Da würden einige sicher verhungern und andere sich fett-fressen.
    Die Verantwortliche müssten schnellst diese Missstände beseitigen und dafür sorgen dass sich die Wirtschaft in allen Euroländer konvergent einwickelt.

  • es ist wie 2008

    jeder weiß es
    warum es unnötig in die Breits streuen

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