Konjunkturprogramm
Deutsche Firmen hoffen auf großes Stück vom US-Kuchen

Die deutsche Industrie will in Milliardenhöhe vom Konjunkturprogramm der USA profitieren. Besonders im Energiesektor sehen sich deutsche Firmen in guter Startposition.

BERLIN. "Wir erwarten, dass sie aufgrund ihres Technologievorsprungs gute Chancen haben, vom Boom der erneuerbaren Energien in den USA zu profitieren und sich einen Anteil an den Investitionen in die Energieinfrastruktur zu sichern", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben dem Handelsblatt. "Diesen Vorsprung müssen wir nutzen", betonte auch Siemens-Chef Peter Löscher im Gespräch mit dem Handelsblatt. Mögliche Aufträge sollen auf den am Montag beginnenden deutsch-amerikanischen Energietagen in Berlin ein Thema sein, einer Veranstaltung der deutsch-amerikanischen Handelskammer und der Deutschen Energieagentur (Dena).

Damit zeichnet sich ein klarer Stimmungsumschwung in der Wirtschaft ab. In der Anfangszeit der Obama-Regierung hatten noch die Sorgen vor protektionistischen Tendenzen überwogen. Nun rücken aber immer mehr die Chancen des gigantischen US-Konjunkturprogramms von 787 Mrd. Dollar in den Mittelpunkt. Denn rund 40 Mrd. davon sollen in Projekte wie beispielsweise die Modernisierung des Stromnetzes, die Förderung des Erwerbs von energieeffizienten Geräten und Antrieben für die Industrie oder in Form von Steuervergünstigungen bei der Erzeugung erneuerbarer Energien fließen.

In einer internen Aufstellung haben die Wirtschaftsverbände die Potenziale quantifiziert. So geht man in Berlin davon aus, dass die Regierung in Washington allein rund elf Mrd. Dollar in die Modernisierung des Stromnetzes stecken wird. "Das Stromnetz in den Vereinigten Staaten ist in weiten Teilen in einem abenteuerlichen Zustand. Unterbrechungen der Versorgung sind in einigen Regionen keine Seltenheit. Da muss dringend etwas geschehen", sagte Dena-Chef Stephan Kohler dem Handelsblatt. Unternehmen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern seien für die Erneuerung des Stromnetzes in den USA prädestiniert, weil sie technologisch führend seien.

Die Technologieführerschaft gilt nicht nur für den Netzbereich. In vielen Fällen gibt es zu deutscher Technik keine Alternative: "Deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen sind heute bei Patenten in Windenergie, Biomasse-, Wasser- und Klimaschutztechnologien weltweit führend", hebt Siemens-Chef Löscher hervor. Dabei haben neben Großkonzernen wie Siemens auch sehr viele Mittelständler eine starke Stellung.

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