Konjunkturprogramm erforderlich
IG Metall will Entlassungen verhindern

Die IG Metall will mit einem Konjunkturprogramm drohende Entlassungen im kommenden Jahr verhindern. 2009 dürften trotz Wirtschaftsabschwung keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden, forderte IG-Metall-Vorsitzender Berthold Huber am Donnerstag in Frankfurt.

HB FRANKFURT. Neben zahlreichen von der Gewerkschaft geforderten Maßnahmen böten die ausgehandelten Tarifverträge genügend Spielraum für Unternehmen, um einen Arbeitsplatzabbau zu verhindern. Dies könne etwa über eine Verkürzung der Arbeitszeit, Kurzarbeit oder Arbeitszeitkonten geschehen. Viele dieser Möglichkeiten würden derzeit von den Firmen allerdings nicht genutzt.

Um die Beschäftigung angesichts teurer Kredite und der in vielen Branchen schwächelnden Nachfrage abzusichern, forderte die Gewerkschaft von der Bundesregierung die Bildung eines Fonds über 100 Mrd. Euro für Investitionen in Bildung, Umwelt und Infrastruktur. Neben Bundesländern könnten sich nach Vorstellung der IG Metall auch Unternehmen daraus bedienen. Der Fonds solle für drei oder vier Jahre aufgelegt werden und Kredite mit einer Laufzeit von bis zu 15 Jahren gewähren.

Um die Arbeitsplätze in der kriselnden Autobranche zu erhalten, will die IG Metall über eine Verschrottungsprämie von 3000 Euro für Altautos die Nachfrage ankurbeln. Dies würde die Bundeskasse mit rund einer Milliarde Euro belasten. "Eine solche Maßnahme hätte positive Auswirkungen für die Beschäftigung entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Autoindustrie, vom Endhersteller, über den Zulieferer bis zum Händler", sagte Huber. Die Situation in der Zulieferbranche sei derzeit besonders dramatisch. Knapp 50 Unternehmen stünden derzeit unter Insolvenzbeobachtung.

Zudem will der IG-Metall-Vorsitzende die Banken zur Kreditvergabe an gesunde Unternehmen verpflichten, um eine drohende Geldnot zu verhindern. Die deutschen Banken nutzten den Rettungsschirm der Bundesregierung lediglich, um ihre eigene Kapitalbasis aufzustocken, kritisierte der Gewerkschafter. Ein Teil des Bürgschaftsrahmens solle daher Firmen zur Finanzierung von Aufträgen und Projekten zur Verfügung stehen. Neben der deutschen Autoindustrie stünden auch der deutsche Schiffbau und die Maschinenbauer vor massiven Finanzierungsproblemen, sagte Huber. "Wenn wir nicht massiv gegensteuern, dann droht die konjunkturelle Krise sehr schnell in eine große Beschäftigungskrise umzuschlagen."

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