Konjunkturschwäche
Industrieproduktion in Frankreich und Italien bricht ein

Die Industrieproduktion in Frankreich und Italien ist im Oktober unerwartet stark eingebrochen. Vor allem die Automobilkonzerne mussten der Nachfrageflaute Tribut zollen und drosselten ihre Produktion kräftig, wie die Statistikämter in Rom und Paris am Mittwoch mitteilten.

HB PARIS/ROM. In Frankreich ging die gesamte Industrieproduktion um 2,7 Prozent zum September zurück und damit so stark wie seit Mai nicht mehr. In Italien gab es ein überraschend großes Minus von 1,2 Prozent, nachdem der Wirtschaftszweig bereits im Vormonat einen Rekord-Einbruch von 2,6 Prozent erlitten hatte. Da auch in Deutschland die Industrie zuletzt kräftig an Boden verloren hat, wachsen die Befürchtungen, dass die Rezession in der Euro-Zone lang und tief wird.

"Das ist eine Katastrophe", sagte Dominique Barbet von der Großbank BNP Paribas zu den französischen Daten. Die Autoindustrie schraubte ihren Ausstoß um gut 14 Prozent zurück und damit so kräftig wie zuletzt vor neun Jahren. "Wenn Fabrikbänder im Dezember und Januar stillstehen werden, könnte es Produktionsrückgänge von 20 bis 25 Prozent im Monatsvergleich geben", sagte Alexander Law von der Beratungsfirma Xerfi. Frankreichs zweitgrößter Autohersteller Renault hat bereits angekündigt, einige Werke für mehrere Wochen im Dezember zu schließen und zudem 6000 Arbeitsplätze in Europa zu streichen.

Auch in Italien leidet die Autobranche unter der schwachen Nachfrage und senkte ihre Produktion im Vergleich zum Oktober 2007 um gut ein Drittel. Fiat sieht sich nicht mehr in der Lage, die Krise alleine zu meistern und sucht nach einem Partner. Die Produktion der gesamten italienischen Industrie sackte im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent ab. Dies war der stärkste Rückgang seit Dezember 2001.

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