Konkrete Angaben erst in der kommenden Woche
Opel will 30-Stunden-Woche einführen

Der Autohersteller muss ein weiteres Sanierungsprogramm auflegen, um 2004 in die Gewinnzone zu kommen. Wegen des schleppenden Absatzes soll im Stammwerk Rüsselsheim die Produktion gedrosselt und die 30-Stunden-Woche eingeführt werden. An neun Arbeitstagen soll zusätzlich die Fertigung ruhen.

HB RÜSSELSHEIM. Nach dpa-Informationen drängt Opel-Chef Carl-Peter Forster in den bereits laufenden Verhandlungen zwischen Vorstand und Betriebsrat auch auf eine weitere Verringerung der Belegschaft. Mit dem Auslaufen der Omega-Produktion müssen rund 1 200 Beschäftigte im Stammwerk in die Vectra-Fertigung wechseln. Die Prognosen für Rüsselsheim gehen von einem Absatzvolumen für 2004 von 200 000 bis 220 000 Autos aus. Mit der geplanten Einführung des Drei-Schicht-Betriebes ist allerdings Personal für 270 000 Einheiten vorhanden.

Sowohl der Vorstand als auch der Betriebsrat der Adam Opel AG wollten zu diesen Plänen für eine weitere Kostensenkung keine konkreten Aussagen machen. Mit ersten Ergebnissen sei frühestens in der kommenden Woche zu rechnen, hieß es. Innerhalb des Unternehmens wird von 1 000 Stellen gesprochen, die möglicherweise gefährdet sind.

Im Sanierungsvertrag „Olympia“ hatten sich das Management und die Arbeitnehmervertreter Mitte 2001 bereits auf einen Kapazitätsabbau von 350 000 Einheiten europaweit verständigt. In Deutschland wurde für 2002 und 2003 die Kürzung von 2 500 Stellen sowie die Verschiebung von Teilen des Weihnachtsgeldes in die nächsten Jahre vereinbart.

Schließlich wurde bis Ende 2005 zugesichert, dass keine betriebsbedingten Kündigungen für die damals 40 000 Beschäftigten ausgesprochen werden. „Diese Verträge sind für uns wie geschriebenes Gesetz“, formulierte der Gesamtbetriebsrats-Vorsitzende Klaus Franz seine Ausgangsposition.

Nach bisherigem Verhandlungsstand ist eine Absenkung der wöchentlichen Arbeitszeit in der Produktion von 35 auf 30 Stunden in Rüsselsheim vorgesehen. Opel will allerdings den Lohn für 2,6 Stunden bezahlen. Dies würde im Durchschnitt eine Minderung des Netto- Einkommens von 85 Euro im Monat bedeuten. Darüber hinaus soll am 10. November der Drei-Schicht-Betrieb mit verkürzter Taktzeit eingeführt werden.

Aber auch die übrigen Beschäftigten am Standort Rüsselsheim sollen einen Solidarbeitrag leisten. Die mittleren Führungskräfte könnten auf zwei Urlaubstage beziehungsweise Urlaubsgeld verzichten, die oberen Führungskräfte auf Bonuszahlungen für 2004. Falls es zu einer unerwarteten Belebung im Autogeschäft kommt, sieht die Betriebsvereinbarung mit einer Laufzeit bis Ende 2004 eine vorzeitige Aufhebung vor.

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