Konkrete Planungen
Siemens macht VDO reif für die Börse

Der Börsengang der Autozulieferersparte des Siemens-Konzerns nimmt konkrete Züge an. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen sollen zwischen 30 und 49,9 Prozent der Siemens-VDO-Aktien spätestens im Oktober an die Börse gebracht werden. Das ist auch im Interesse der Mitarbeiter, hatten sie doch Schlimmes bei einem Komplettverkauf befürchtet.

MÜNCHEN. Ein immer wieder in Spiel gebrachter Verkauf an Konkurrenten sei derzeit sehr unwahrscheinlich, hieß es in den Kreisen weiter. Angesichts der guten Börsenstimmung gilt ein IPO als lukrativ, außerdem wäre ein Verkauf den Gewerkschaften kaum zu vermitteln, so das Siemens-Umfeld. „Das IPO ist jetzt auf dem Gleis.“

In der Nacht zum Mittwoch hatte Siemens offiziell bestätigt, dass drei Banken den Auftrag zur Vorbereitung des Teilverkaufs erhalten haben: Goldman Sachs, die Deutsche Bank und Morgan Stanley. Damit steht nun das Gerüst für den Börsengang auch auf organisatorischer Seite. Alle Berater konnten sich in „Schönheitswettbewerben“ gegen starke Konkurrenten durchsetzen. Der VDO-Börsengang gilt als einer der lukrativsten Aufträge, die in diesem Jahr in Deutschland zu vergeben sind. Bis Ende August sollen die Banken ihr Research abgeschlossen haben, danach stehe das IPO an, so die Planungen.

Die Ausgliederung von Siemens VDO aus dem Konzernverbund läuft derweil zügig weiter. Der Aufsichtsrat hat den so genannten „Carve out“ beschlossen. Schon am 1. Juni soll Siemens VDO als eigenständige Gesellschaft mit Sitz in Regensburg an den Start gehen. Dies erfordert umfangreiche Maßnahmen, insbesondere im Finanzbereich, der bisher zentral von Siemens gesteuert wurde. Hier liege man voll im Plan, heißt es in Unternehmenskreisen.

Conti interessiert

Ein Verkauf von Siemens VDO wird demnach immer unwahrscheinlicher. Als heißester Interessent galt bis zuletzt der Konkurrent Conti, der sein Interesse mehrfach bekundet hatte. Auch der amerikanische Zulieferer TRW Automotive soll nachgefragt haben, was im Siemens-Umfeld jedoch nicht bestätigt wird. Fest steht, dass keiner der Interessenten bislang Einblick in die Bücher erhalten hat. Siemens bekräftigt seit langem, dass der Börsengang die bevorzugte Variante für VDO sei. Es gebe kein zweigleisiges Verfahren („Dual Track“), bei dem sowohl ein Verkaufsprozess als auch ein IPO verfolgt werden, hieß es im Siemens-Umfeld.

Nach Ansicht von Analysten könnte Siemens bei einem Verkauf bis zu 10 Mrd. Euro erzielen, eine Größenordnung, die Siemens mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen hat. „Die Diskussionen über mögliche Verkaufspreise sind das beste, was uns passieren kann“, hieß es. Schließlich werde sich auch die Börse an den Preisen orientieren, die in der Branche gehandelt werden.

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