Konkurrenz für Daimler-Lkw
Mit Dongfeng im Elefantenrennen

Die Konkurrenz macht Truck-Bauer Daimler das Leben schwer. Die langjährige Nummer 1 im Lkw-Markt kämpft mit Volkswagens Lastwagen-Töchtern. Und jetzt verbündet sich Gegenspieler Volvo auch noch mit mächtigen Chinesen.
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DüsseldorfKingrun kommt als die rote Gefahr daher. Jedenfalls auf den Werbefotos von Dongfeng. Der Schwerlaster ist der Vorzeigetruck des chinesischen Lkw-Bauers. Bis zu 210 PS bringt der Kingrun auf die Straßen der Volksrepublik. Mit der eher bescheidenen Kraft transportiert das Modell Tonne um Tonne durch China. Denn im Reich der Mitte verkauft kein anderer Hersteller so viele schwere Lastwagen wie Dongfeng.

Im Vergleich zum Neuen Actros wirkt Dongfengs Modell jedoch geradezu schmächtig. Das Führerhaus ist niedrig. Dagegen der Actros: silber, hoch und mächtig präsentiert sich das Schwergewicht des Truck-Bauers Daimler. Dennoch könnte Kingrun-Hersteller Dongfeng den Schwaben gefährlich werden. Denn die Chinesen haben einen neuen Verbündeten in Europa.

Nach den ersten Wochen auf seinem neuen Posten weiß Wolfgang Bernhard deshalb schon ganz genau, mit wem er es in den nächsten Jahren zu tun hat. Seit dem 1. April ist der Manager neuer Truck-Vorstand bei Daimler. Der ehemalige Mercedes-Produktionschef hatte mit Andreas Renschler die Posten getauscht – und muss sich direkt mit einer Kampfansage auseinandersetzen.

Denn zusammen mit dem Dongfeng-Konzern will Volvo zum „größten Hersteller von Lastwagen der Welt“ werden. Das hatte der schwedische Lkw-Bauer bereits im Januar angekündigt. Doch jetzt haben die Unternehmen auch grünes Licht aus Brüssel: In der vergangenen Woche hat die EU-Kommission dem Zusammenschluss zugestimmt. Der Deal sei nicht wettbewerbsgefährdend, teilte die Behörde in Brüssel mit und verzichtete auf eine eingehende Prüfung.

Volvo und Dongfeng haben damit die Erlaubnis der EU, sich miteinander zu verbinden. Die Schweden wollen 45 Prozent eines neuen Gemeinschaftsunternehmens übernehmen. In das Joint Venture bringt Dongfeng den Großteil seines Geschäfts mit schweren Lastwagen ein. Bei Motoren und Komponenten sowie beim Einkauf sind Kooperationen geplant. Volvo will sich den Deal 5,6 Milliarden Yuan (rund 700 Millionen Euro) kosten lassen. „Eine Kooperation in China ist ein strategischer Schritt, um in Wachstumsmärkten präsent zu sein“, sagt Lkw-Experte Bernd Heid von der Beratungsgesellschaft McKinsey im Gespräch mit Handelsblatt Online.

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  • Statt sich gegenseitig auf die Birne zu hauen wäre hier eigentlich europäische Co-Operation angesagt.
    Aber dann müsste man natürlich auch Überkapazitäten abbauen
    und im beim Überlebenskampf der Standorte setzt man dann lieber auf einen Partner aus Übersee ...

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