Konkurrenz für Volkswagen
GM will chinesischen Markt aufrollen

Der weltgrößte Automobilkonzern General Motors will massiv in China investieren und damit den bisherigen dortigen Marktführer Volkswagen angreifen. In den nächsten drei Jahren sollen insgesamt mehr als drei Millarden Dollar in die Produktion in dem weltweit am schnellsten wachsenden Automarkt gesteckt werden.

HB PEKING. In China, dem weltweit am schnellsten wachsenden Automarkt, will GM seine Produktionskapazitäten in diesem Zeitraum mehr als verdoppeln und rund 20 neue Fahrzeug-Modelle einführen, kündigte Phil Murtaugh, Chef von GM China am Montag an. Bereits in diesem Jahr dürfte China für GM zum zweitgrößten Absatzmarkt werden. „Erfolg in China ist für den globalen GM-Erfolg entscheidend“, betonte Murtaugh. Insgesamt wollen internationale Autokonzerne in den kommenden Jahren rund 13 Mrd. Dollar in China investieren und die Produktion auf insgesamt sechs Mill. Fahrzeuge jährlich erhöhen. „Wenn wir in China zum größten Autoanbieter werden, müssen wir einige Arbeitsplätze verlagern“, sagte Murtaugh. Die Milliardeninvestitionen sollen aus den Gewinnen der GM-Joint-Ventures in China finanziert werden.

Damit reiht sich der US-Autokonzern neben Volkswagen, Ford, Toyota und Nissan in die Reihe der ausländischen Autokonzerne ein, die mit Milliardeninvestitionen ihre Präsenz in China weiter ausbauen wollen. VW ist derzeit mit einem Anteil von rund einem Drittel Marktführer auf dem chinesischen Automarkt. GM kam Ende 2003 auf einen Anteil von rund 19 % und ist damit der größte Konkurrent der Wolfsburger. Mit dem Bau neuer Autowerke will GM seine Produktion in China bis 2007 auf jährlich 1,3 Mill. Fahrzeuge hochfahren. Ab diesem Jahr will der US-Konzern sein Hauptprodukt - den Cadillac - in China zusammenbauen. Auch Volkswagen plant, seine Kapazitäten in einem ähnlichen Zeitraum auf 1,6 Mill. Fahrzeuge zu verdoppeln. GM hat die Rivalität mit VW in der Vergangenheit immer wieder heruntergespielt und darauf hingewiesen, dass man etwa auch mit Ford und Nissan konkurriere.

Trotz der Expansionspläne der internationalen Autohersteller nahmen zuletzt die Zweifel an der Wachstumsfähigkeit des chinesischen Marktes zu. Die Regierung in Peking versucht, die Kreditvergabe und damit den privaten Konsum einzuschränken, um die in Teilen überhitzte Volkswirtschaft abzukühlen. Zudem befürchten Analysten einen zunehmenden Preiskampf, der die Gewinnspannen der Unternehmen belasten würde. GM glaubt aber dennoch, der chinesische Markt werde stärker wachsen als die Märkte in den Industrienationen. Von Januar bis März verkaufte GM in China 70 % mehr Autos als noch im ersten Quartal des vergangenen Jahres. In den USA legte der Absatz im selben Zeitraum nur fünf Prozent zu.

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