Konkurrenzantrag für Antibiotikum drückt Aktienkurs
Bayer bläst eiskalter Wind ins Gesicht

Dem Bayer-Konzern droht kräftiger Gegenwind, denn dem Antibiotikum Avelox könnte in den USA Konkurrenz durch ein billiges Nachahmermedikament gemacht werden. Die Angst vor einem Angriff auf das US-Patent für Avelox belastete die Bayer-Aktie deutlich.

HB FRANKFURT. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte zuvor auf ihrer Webseite veröffentlicht, dass ein Wettbewerber für eine generische Version von Avelox einen Zulassungsantrag gestellt hat. "Offenbar wurde in den USA ein Generikum für Avelox zur Genehmigung eingereicht", sagte ein Frankfurter Händler. "Allein die Ankündigung reicht für den Kursabschlag." Die Bayer-Aktie fiel im frühen Handel zeitweise um mehr als fünf Prozent auf 22,86 ? und war damit der größte Verlierer im deutschen Aktienindex Dax. Im weiteren Sitzungsverlauf konnten die Kursverluste leicht reduziert werden. Ein Bayer-Sprecher sagte: "Wir haben dazu keine näheren Informationen." Auf der Internetseite der FDA wurde der Antragsteller für eine generische Version von Avelox nicht genannt.

Kommen kostengünstigere Nachahmerprodukte auf den Markt in den USA, kann das Originalpräparat in wenigen Wochen bereits den Großteil seiner Umsätze an die Wettbewerber verlieren.

Bei Avelox, auch als Avalox bekannt, handelt es sich um ein starkes Atemwegsantibiotikum. Mit 280 Mill. ? Jahresumsatz, das ist ein Plus von 55 % im Vergleich zum Vorjahr, war Avelox 2002 das neuntstärkste Produkt der Health-Care-Sparte von Bayer. In den ersten neun Monaten 2003 erwirtschaftete das Mittel einen Umsatz von 193 Mill. ? (plus 19 %).

"Es handelt sich um ein wichtiges Medikament für Bayer. Daher schafft das natürlich Unsicherheit im Markt", hieß es bei den Analysten der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Avelox habe zwar ein langlaufendes Patent. Es werde aber derzeit immer mehr Mode, Patente früh anzugreifen, um zu testen, ob diese noch gelten. Zwar seien dann die Gerichte bei solchen Disputen eher zögerlich, den Patentschutz anzutasten. Die ersten Generikaanbieter, die durchkommen, hätten dann aber den Vorteil der Marktexklusivität, hieß es bei den LRP-Analysten.

"Wir glauben, dass unser Patent noch bis mindestens 2014 gültig ist und werden es energisch verteidigen", sagte ein Bayer-Sprecher. Bislang habe Bayer noch nichts von dem Generika-Produzenten gehört. Sobald das geschehen sei, könne Bayer innerhalb einer Frist von 45 Tagen Klage einreichen. "Dies sollte zu einer Frist von mindestens 30 Monaten führen, in der die Generika-Firma das Medikament dann nicht auf den Markt bringen kann", sagte der Sprecher. Bayer sei zuversichtlich, was seine Position betreffe, wenn dies vor die Gerichte gehe.

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