Konkurrenzkampf: Zwei neue Bewerber um das Hamburger Stromnetz

Konkurrenzkampf
Zwei neue Bewerber um das Hamburger Stromnetz

Zwei neue Interessenten haben sich für die Hamburger Stromnetz-Konzession öffentlich zu ihren Absichten bekannt. Beide betonen, eng mit der Stadt zusammenarbeiten zu wollen - die selbst die Konzession gewinnen will.
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HamburgUm die neue Konzession für den Betrieb des Hamburger Stromnetzes zeichnet sich ein intensiver Konkurrenzkampf ab. Am Dienstag warfen mit der Genossenschaft Energienetz Hamburg und dem Energieversorger Eon Hanse zwei weitere Bewerber um die Konzession ihren Hut in den Ring. Die Genossenschaft gab ihre Bewerbung gemeinsam mit dem niederländischen Netzunternehmen Alliander AG ab. Offen ist noch, ob sich der bisherige Netzbetreiber Vattenfall um die Konzession bewirbt oder das Netz zuvor an die Stadt Hamburg verkauft. Die Stadt muss sich nach dem Volksentscheid vom 22. September ohnehin um die Konzession bemühen, um das Stromnetz wieder in ihren Besitz zu überführen.

Die Energienetz Hamburg eG wolle eine echte Bürgerbeteiligung bei der Modernisierung des Stromnetzes ermöglichen, teilte die Genossenschaft mit. Sollte die Bewerbung erfolgreich sein, so werde sie eine Partnerschaft mit der Stadt anstreben. Der Partner Alliander AG ist mit 7000 Beschäftigten und einem Umsatz von 1,7 Milliarden Euro der größte Netzbetreiber in den Niederlanden. Die im Mai gegründete Genossenschaft habe bereits ein Kapital von 50 Millionen Euro eingeworben, sagte Vorstand Matthias Ederhof der Nachrichtenagentur dpa.

Eon Hanse habe am Dienstag fristgerecht sein Interesse bekundet, teilte das Unternehmen in Quickborn mit. Die jahrzehntelange Kenntnis der Hamburger Gasversorgung und eine ausgewiesene Kompetenz in der Strom-Infrastruktur der Metropolregion versetze Eon Hanse in die Lage, den Netzbetrieb Strom im Hinblick auf die Anforderungen der Energiewende und im Einklang mit der Stadt weiterzuentwickeln. Die Schleswig-Holstein Netz AG, an der Eon Hanse mehrheitlich beteiligt ist, betreibt rund 50 000 Kilometer Stromnetze, an denen mehr als 30 000 Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien angeschlossen sind. Zudem seien rund 200 Kommunen an der schleswig-holsteinischen Netzgesellschaft beteilig, so dass Eon Hanse große Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden besitze.

Die Konzession für den Betrieb des Hamburger Stromnetzes läuft zum Jahresende aus. Mögliche Bewerber um die Anschlusskonzession müssen bis zum Mittwoch, 11 Uhr, schriftlich ihr Interesse bei der Hamburger Umweltbehörde eingereicht haben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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