Konsequenzen aus Ermittlungen: Eon Ruhrgas stoppt bezahlte Reisen für Politiker

Konsequenzen aus Ermittlungen
Eon Ruhrgas stoppt bezahlte Reisen für Politiker

Im Zusammenhang mit Ermittlungen der Kölner Staatsanwaltschaft wegen der Finanzierung von Reisen für Kommunalpolitiker hat der Energiekonzern Eon Ruhrgas Konsequenzen gezogen. Wie Unternehmenssprecher Peter Blau am Samstag der "Tagesschau"-Redaktion in Köln bestätigte, werde man "sämtliche Kundenveranstaltungen mit sofortiger Wirkung einstellen".

dpa-afx KÖLN. Das Unternehmen habe erkannt, "dass der Vorgang über rein juristische Fragen weit hinausgeht". Öffentliche Wahrnehmung und gesellschaftliche Akzeptanz seien "von mindestens ebenso großer Bedeutung", sagte der Sprecher laut WDR. Nun würden Richtlinien ausgearbeitet, wie solche Reisen in Zukunft aussehen könnten.

Die Kölner Staatsanwaltschaft hatte am Samstag Medienberichte bestätigt, nach denen eine Durchsuchung in der Dortmunder Zentrale von Thyssengas stattgefunden hat. "Die Unterlagen wurden dort bereits im September vergangenen Jahres sichergestellt", erklärte Behördensprecher Günther Feld auf Anfrage. Die Ermittlungen stünden im Zusammenhang mit der umstrittenen Finanzierung von Aufsichtsratsreisen, die Eon Ruhrgas veranstaltet habe. Dabei werde gegen insgesamt 159 Kommunalpolitiker und Manager ermittelt.

"Wir haben den Verdacht, dass Thyssengas die überwiegend von Eon finanzierten Reisen teilweise mitfinanziert hat", erklärte Feld. Das sei womöglich der Fall gewesen, weil beide Unternehmen in manchen Versorgungsgebieten anteilig das Gas an die örtlichen Stadtwerke lieferten. Die Zahl der beschuldigten Kommunalpolitiker erhöhe sich dadurch nicht, betonte Feld: "Es geht auch nicht um zusätzliche Reisen."

Eon Ruhrgas hatte sich zuvor in einem Schreiben an seine Stadtwerke- Kunden gegen Vorwürfe verteidigt, Vergnügungsreisen für Kommunalpolitiker finanziert zu haben. "Durchgeführt wurden in erster Linie die Besichtigung von Bohrplattformen und Betriebsstätten sowie Vortragsveranstaltungen im In- und Ausland", heißt es in dem der "Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung" (Samstag) vorliegenden Brief. Dabei sei der Informationscharakter bestimmend gewesen. Der Verdacht einer Vorteilsgewährung sei nicht begründet.

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