Konsolidierungen
LKW-Bauer können durchatmen

Eigentlich müssten einige Truck-Hersteller fusionieren, um das Geschäft zu stabilisieren. Doch jetzt ist der falsche Zeitpunkt. Ein anhaltender Boom beflügelt die Branche und verringert den Konsolidierungsdruck der vergangenen Jahre.

FRANKFURT. Die LKW-Industrie boomt im vierten Jahr in Folge, die Auftragsbücher und die Kassen der Firmen sind gefüllt. Das Thema Konsolidierung, das die Branche über Jahre beherrschte wird bei der IAA Nutzfahrzeuge kaum Beachtung finden. Die Messe beginnt in einem Monat in Hannover.

„Alle sollten aus der Daimler-Chrysler-Fusion gelernt haben, dass es keine gute Strategie ist, auf dem Peak zu kaufen“, sagt Rolf Woller, Autoexperte der Hypo-Vereinsbank. Erst wenn der Abschwung kommt, werde es wieder spannend. Doch mit einem schnellen Absatzeinbruch rechnet in der Branche zurzeit kaum jemand.

Industrielle Zusammenschlüsse mit einem Kapitaleinsatz werden für die nächste Zeit kaum erwartet, da angesichts der guten Ergebnissituation in der Branche dazu kein Anlass bestehe, sagen Analysten. Bewegung könnte aber die Begehrlichkeit auf die vollen Kassen der LKW-Hersteller bringen.

Die Gerüchte um das Interesse von Finanzinvestoren an Volvo zeigen das. Auch der Münchner Anbieter MAN, lange Zeit als Übernahmekandidat gehandelt, hat durch den Verkauf seiner Druck-Sparte und einiger Randaktivitäten einen großen finanziellen Spielraum, der laut MAN-Chef Hakan Samuelsson für Zukäufe genutzt werden soll.

Interesse an einem Einstieg beim MAN-US-Kooperationspartner Navistar hat Samuelsson allerdings dementiert. Auch beim Thema Iveco– die italienische Fiat-Tochter wurde immer wieder als Kaufkandidat gehandelt – winken die Münchener ab. Ein Zusammenschluss mit der renditestarken schwedischen Scania gilt ebenfalls als unwahrscheinlich. Nicht im Spiel um Übernahmen oder technologische Allianzen ist der unangefochtene Weltmarktführer Daimler-Chrysler. Der Konzern arbeitet erfolgreich an der Integration seiner Marken Mercedes, Freightliner und der ehemaligen Mitsubishi-Tochter Fuso. Auch Volvo hat nach dem Zusammenschluss mit den LKW-Aktivitäten von Renault den Bedarf für Fusionen und große Übernahmen erst einmal gedeckt. Den US-Markt hat Volvo durch die Übernahme von Mack Trucks abgedeckt, seine Präsenz in Asien möchte die Firma angeblich durch eine Aufstockung an Nissan Diesel verstärken.

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