Konsortien
Cadbury findet Bieter für Getränke-Sparte

Der britische Lebensmittelhersteller Cadbury Schweppes hat offenbar eine Reihe von Kaufinteressenten für seine Getränkesparte an der Hand. Drei Bieterkonsortien bereiten nach Informationen aus Firmenkreisen Angebote vor, die sie am Freitag vorlegen wollen. Damit sei ein Verkauf der Sparte wahrscheinlicher als ein Börsengang.

dih/HB/LONDON. Der Konzern will am kommenden Montag über seine Pläne informieren. Im März hat Cadbury überraschend entschieden, das Geschäft mit Erfrischungsgetränken in den USA abzuspalten und sich auf Süßwaren zu konzentrieren. Anleger hatten das seit langem gefordert. Das Auftauchen des Anleger-Aktivisten Nelson Peltz im Aktionärsregister beschleunigte den Sinneswandel offenbar. Zuvor hatte der Vorstand immer wieder betont, beide Standbeine behalten zu wollen. Die Getränkesparte in Europa hat er schon im Februar 2006 für 1,9 Mrd. Euro an die Finanzinvestoren Lion Capital und Blackstone verkauft.

Nun soll die US-Sparte folgen. Sie ist mit Marken wie „Dr. Pepper“, „Seven Up“ und „Snapple“ die Nummer drei hinter Coca-Cola und Pepsico, wächst aber gegen den Markttrend. Analysten schätzten ihren Wert im März auf sieben Mrd. Pfund (10,4 Mrd. Euro). Die Angebote liegen nun aber den Informationen zufolge eher bei acht Mrd. Pfund. Eine Bietergruppe bestehe aus den Käufern des europäischen Geschäfts, ergänzt um KKR, hieß es weiter. Ein zweites Konsortium bestehe aus den US-Finanzinvestoren Bain Capital, Thomas H. Lee Partners und TPG, die dritte Gruppe enthalte neben Finanzinvestoren den kanadischen Getränkeabfüller Cott.

Cadbury baut zudem das Portfolio an Süßwaren-Aktivitäten um: Der Konzern gab in der vergangenen Woche den Kauf des türkischen Kaugummi-Marktführers Intergum für 450 Mill. Dollar bekannt. Einen Tag später sicherte er sich den zweitgrößten Süßwarenhersteller Rumäniens. Im Gegenzug verkauften die Briten das Marmeladen- und Saucengeschäft in Australien und Süßigkeiten-Töchter in Kanada und Italien. Finanzchef Ken Hanna kündigte an, mit dem Verkauf von Randgeschäften 250 Mill. Pfund einzunehmen.

Als reiner Süßwarenhersteller wird Cadbury nach Einschätzung von Analysten anfälliger für Übernahmeversuche werden. Doch der Konzern hat den Ehrgeiz, selbst als konsolidierende Kraft in der Branche tätig zu werden. Sogar eine Fusion mit dem US-Konkurrenten Hershey war schon im Gespräch.

In der Londoner City hat die Aufspaltung von Cadbury eine Diskussion über die Macht von Anleger-Aktivisten angestoßen. Einer der angesehensten Fondsmanager, Anthony Bolton von Fidelity, kritisiert den Einfluss, den Peltz mit nur drei Prozent Anteil an Cadbury ausüben konnte, als gravierende Fehlentwicklung. Er forderte die Vorstände auf, mehr Rückgrat zu zeigen und ihre Strategie gegen Aktivisten zu verteidigen. Zumindest müssten sie vor einem gravierenden Strategiewechsel die Meinung der großen, langfristigen Aktionäre berücksichtigen.

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