Konsortium wirbt auf Pariser Luftfahrtschau um Käufer
Eurofighter wartet auf neue Kunden

Die Hersteller des Kampfjets Eurofighter suchen nach dem kürzlich verlorenen Wettbewerb um einen Auftrag in Singapur nach neuen Erfolgen im Export. Der Chef der Eurofighter GmbH, Aloysius Rauen, sieht außer Griechenland, der Schweiz und Norwegen vor allem Möglichkeiten in Saudi-Arabien und der Türkei. „Es gibt zwar noch keine direkten Gespräche, aber die Saudis haben reges Interesse“, sagte er dem Handelsblatt. In der Türkei hat der italienische Eurofighter-Partner Alenia Aeronautica ein Büro eröffnet.

PARIS. Eine Ausschreibung in Saudi-Arabien könnte höhere Stückzahlen umfassen, schätzt Rauen. An Eurofighter GmbH sind die europäischen Rüstungskonzerne EADS, BAE Systems und Alenia Aeronautica beteiligt. Das Unternehmen wirbt auf der Pariser Luftfahrtschau um Kunden.

Eurofighter hat einen Erfolg dringend nötig. Bisher konnte der Kampfjet im Export nur mit 18 Flugzeugen für Österreich punkten. In Griechenland, wo das Eurofighter-Konsortium einen Vertrag ausgehandelt hatte, liegt die Beschaffung auf Eis, weil die Regierung auch mit Blick auf ihre angespannte Haushaltslage Alternativen prüfen will.

Allerdings behindert das politische Tauziehen der Partnernationen um das bisher größte und teuerste Rüstungsprojekt Europas den Erfolg des Kampfjets. Rauen wertet das Ausscheiden aus dem Wettbewerb um den Auftrag aus Singapur als deutliche Botschaft: „Die am Eurofighter beteiligten Nationen müssen jetzt die Entscheidungen fällen, dass das Flugzeug zu den festgelegten Terminen mit den festgelegten technischen Fähigkeiten zur Verfügung steht“, sagte er. Die Diskussion um den Vertrag zur Produktion der zweiten Serie des Eurofighters habe das Programm ein ganzes Jahr gekostet, fügte Rauen hinzu.

Vor allem das Hickhack um die technische Ausstattung der Flugzeuge sowie der immer wieder aufkommende Zweifel am Bekenntnis einzelner Partnernationen zu den Stückzahlen haben zum Scheitern bei dem prestigeträchtigen Wettbewerb in Singapur beigetragen, heißt es in Branchenkreisen. Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien hatten sich 2004 zwar nach langer Verzögerung auf die Produktion der zweiten Serie des Jets mit 263 Flugzeugen im Wert von 14 Mrd. Euro verständigt.

Doch bis heute stehen noch Entscheidungen über wichtige technische Entwicklungen aus. So ist nicht klar, wie die Bewaffnung des Kampfjets, der in der zweiten Serie die Fähigkeit zum Angriff auf Ziele am Boden erhalten soll, aussieht. Ende 2009 sollten die ersten Flugzeuge mit dieser Ausstattung und vollständiger Kampffähigkeit ausgeliefert werden. „Wir müssen die vertraglichen Arbeiten bis Beginn nächsten Jahres abgeschlossen haben“, sagte Rauen nun. Sonst bestehe die Gefahr, das Technologien später für viel Geld nachgerüstet werden müssten.

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