Konsumgüter
Unilever und Sara Lee vor Milliardendeal

Der Konsumgüterriese Unilever kauft die Körperpflege-Sparte von Sara Lee. Preis: 1,275 Milliarden Euro. Bezahlen will Unilever in bar. Und mit der Expansion verknüpft Unilever große Erwartungen.

DÜSSELDORF. Unilever-Chef Paul Polman lässt seiner angekündigten Wachstumsstrategie Taten folgen: Der britisch-niederländische Konsumgüterhersteller bietet für das Körperpflege-Geschäft des US-Konkurrenten Sara Lee mit Marken wie Duschdas, Badedas und Sanex knapp 1,3 Mrd. Euro in bar.

„Körperpflege ist eine strategische Sparte und ein zentraler Wachstumstreiber für Unilever. Diese Transaktion baut auf unserem Portfolio in Westeuropa und auch in Asien auf“, begründet Unilever-Chef Paul Polman vergangenen Freitag dieses Vorhaben. Die Sara-Lee-Marken böten ein starkes Wachstumspotenzial und passten hervorragend zum bisherigen Geschäft von Unilever, so Polman.

Sara Lee will die Einnahme zum Großteil für einen Akienrückkauf nutzen. Der Vorstand habe ein entsprechendes Programm über eine Mrd. Dollar genehmigt, teilte der Konzern am Samstag mit.

Die Übernahme soll Unilevers Marktposition in vor allem in Westeuropa stärken. Vor allem die Wettbewerber L'Oreal und Beiersdorf hat der Konzern dabei im Blick.

Nach Ansicht der Branchenanalysten von Credit Suisse deutet die Akquisition auf einen grundsätzlichen Strategiewechsel bei Unilever. Der Konzern wechsele „vom Standbein auf das Spielbein“. An die Stelle von Ausgabenkürzungen und Verkäufen von Unternehmensteilen trete nun eine Wachstumsstrategie, schreiben die Experten. Der Börsenkurs von Unilever gab am Freitag an der Amsterdamer Börse aber um 0,4 Prozent nach, während die Aktien von Sara Lee in New York über sechs Prozent zulegten.

Die Sara-Lee-Marken erwirtschaften in dem bis Juni laufenden Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von über 750 Mio. Euro – bei einem Vorsteuerergebnis (Ebitda) von 128 Mio. Euro. Damit läge der Kaufpreis beim Zehnfachen des Vorsteuerergebnisses und im Rahmen der derzeit zu erzielenden Kaufpreise. Vor der Wirtschaftskrise wurde beispielsweise bei der Übernahme der Bremer Brauerei Beck's & Co von dem Brauriesen AB Inbev noch das 18-Fache des Bruttoergebnisses auf den Tisch gelegt. Diese Zeiten sind jedoch vorbei. Viele übernahmewillige Unternehmen greifen jetzt zum Schnäppchenpreis zu.

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