Konsumgüterhersteller
Henkel schließt zeitweise Fabriken

Henkel kann mit seinen Zahlen für 2008 die Börse überzeugen: Um über zehn Prozent stieg der Aktienkurs zwischenzeitlich. Dabei sieht es beim organischen Wachstum wie erwartet gar nicht so gut aus. Auf der Bilanzpressekonferenz sagte Henkel-Chef Rorsted, dass einige Fabriken zeitweilig geschlossen werden.

HB DÜSSELDORF. Der Düsseldorfer Konsumgüterhersteller Henkel will angesichts des Nachfrageeinbruchs seitens der Industrie eventuell Kleber-Fabriken zeitweilig schließen. Wichtig sei die Anpassung der Produktionskapazitäten an verringerte Abnahmemengen, sagte Henkel-Chef Kasper Rorsted am Mittwoch in Düsseldorf. "Dazu zählt je nach Markterfordernissen die zeitweise Schließung einzelner Klebstoff-Produktionsstätten und die Möglichkeit der Kurzarbeit."

Die für dieses Jahr geplanten Investitionen wurden demnach bereits um mehr als 30 Prozent auf rund 300 Mio. Euro zurückgeschraubt. In diesem Jahr werde der Klebermarkt insgesamt schrumpfen, erwartet Henkel. Ziel der Düsseldorfer ist es, besser als der Markt abzuschneiden. Die Integration der zugekaufen Klebermarken von National Starch laufe gut. Die Synergien beliefen sich laut Henkel im vergangenen Jahr auf 33 Mio. Euro und lagen damit 13 Mio. Euro über dem Planziel.

Zuvor hatte der Düsseldorfer Konsumgüterhersteller seine Jahreszahlen vorgelegt: Henkel hat 2008 dank des Verkaufs der Ecolab-Beteiligung einen kräftigen Gewinnanstieg verbucht und ist in den Sog der Konjunkturkrise geraten. Unterm Strich verdiente das im DAX notierte Unternehmen 1,233 Milliarden Euro nach 941 Millionen Euro vor einem Jahr. Ohne diesen Sondererlös hätte der Überschuss bei 945 Millionen Euro stagniert - 4 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor.

Der Umsatz legte dank der Übernahme im Schlussquartal um 11,1 Prozent auf 3,541 Milliarden Euro zu, wie Henkel am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Die organische Umsatzentwicklung´allerdings, der wichtigste Indikator für den Lauf der Geschäfte, schrumpfte zwischen Oktober und Ende Dezember zum ersten Mal seit mehr als sieben Jahren, wie der Konzern mitteilte.

Grund für den Rückgang um 1,2 Prozent war die Klebersparte, die wegen des Einbruchs der Nachfrage im Auto- und Elektronikgeschäft 9,2 Prozent organisch weniger umsetzte. Dagegen konnte die Sparte Wasch- und Reinigungsmittel in der Krise um 5,4 Prozent zulegen, Kosmetik/Körperpflege um 3,3 Prozent wachsen.

Kosten für das Sparprogramm drückten den operativen Gewinn (Ebit) auf 155 (Vorjahreszeitraum: 323) Millionen Euro. Bereinigt um diese Kosten stieg das Ebit aber auf 379 Millionen Euro - mehr als von Analysten erwartet. Der bereinigte Quartalsüberschuss nach Anteilen Dritter stieg auf 249 (247) Millionen Euro. Die Aktionäre sollen für 2008 eine unveränderte Dividende erhalten.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten für das vierte Quartal einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ebit von 365 Millionen Euro erwartet.

Für das wegen der Finanzkrise schwierige Jahr 2009 wagte Henkel keine konkrete Prognose. Das organische Umsatzwachstum solle über der Marktentwicklung liegen, der operative Gewinn (Ebit) und das EPS sollen durch niedrigere Rohstoffpreise und Einsparungen gestützt werden. Quantifizierte Aussagen machte Henkel aber nicht.

Die Zahlen von Henkel sind einer ersten Händlereinschätzung zufolge etwas besser als erwartet ausgefallen. "Zu verdanken ist das insbesondere dem starken EBIT", sagte der Börsianer am Mittwochmorgen. Als positive Zugabe wertete er die unveränderte Dividende und das angepeilte organische Wachstum, das besser ausfallen soll als das Marktwachstum. Der Ausblick sei zwar nicht sehr konkret, insgesamt sollte die Aktie aber positiv auf das Ergebnis reagieren.

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