Konsumgüterhersteller schließt jedes dritte Werk und streicht jede zehnte Stelle
Colgate richtet sich neu aus

Sonderaufwendungen für eine harte Restrukturierung haben den Gewinn des US-Konsumgüterkonzern Colgate-Palmolive reduziert. Colgate-Palmolive schließt weltweit jedes dritte Werk und streicht 4 440 von 37 000 Arbeitsplätzen.

tmo NEW YORK. Am Mittwoch meldete der weltweit führende Hersteller von Zahnpasta einen Ertragsrückgang für das erste Quartal des Jahres um elf Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum auf 300,1 Mill. Dollar. Das Ergebnis enthält einen Restrukturierungsaufwand von 44,6 Mill. Dollar

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Colgate-Palmolive schließt weltweit jedes dritte Werk und streicht 4 440 von 37 000 Arbeitsplätzen. So will Konzernchef Mark Reuben die im Vergleich zum Weltmarktführer Procter & Gamble höheren Kosten senken und dem Preisrückgang bei vielen Konsumgütern trotzen.

Colgate-Chef Reuben gab gestern einen positiven Zwischenbericht zur Restrukturierung, die er bis 2008 abschließen will. „Steigende Umsätze und exzellente Ergebnisse unserer Sparinitiative sollten uns erlauben, den Gewinn je Aktie vor Restrukturierungskosten dieses Jahr im hohen einstelligen Prozentbereich zu steigern“, sagte Reuben.

Bereinigt um dem Restrukturierungsaufwand entsprach der Quartalsgewinn je Aktie mit 61 Cent den Erwartungen der Analysten. Der Umsatz stieg um 9,1 Prozent auf 2,74 Mrd. Dollar und übertraf die Erwartungen leicht. Dabei profitierte Colgate-Palmolive von steigender Nachfrage, vom Zukauf des Schweizer Mundpflege-Spezialisten GABA (Elmex) und vom schwachen Dollar.

Gedämpft wurde der Umsatzanstieg durch die sinkenden Preise für Haushaltsgüter wie Palmolive-Spülmittel und Ajax-Reiniger. Insbesondere in Westeuropa kämpfen die Markenprodukte gegen die billigeren Eigenmarken von Discounthändlern wie Aldi in Deutschland. Analystin Amy Low Chasen schätzt, dass Colgate-Palmolive seit 2002 in Europa einen Preisrückgang seiner Produkte um rund drei Prozent jährlich verkraften musste. Wie Colgate-Palmolive berichtete, sank im vergangenen Quartal auch das Absatzvolumen in Deutschland, Frankreich und Italien. Als Grund nannte der New Yorker Konzern das „schwierige Konjunktur- und Einzelhandelsumfeld in diesen Ländern“.

Bei Körperpflege-Produkten wie Zahnpasta und Duschgel herrscht dagegen weniger Preisdruck als bei Spülmittel und Reinigern. Verbraucher sind eher bereit, für stark beworbene Pflegemarken mehr Geld auszugeben. Um den Verkauf zu fördern, steigerte Colgate im vergangenen Quartal seine konzernweiten Werbeausgaben auf 267 Mill. Dollar. Damit verteidigte der US-Konzern nach eigenen Angaben seine Position als weltweit führender Zahnpasta-Hersteller und baute seine Marktanteile in mehr als hundert Ländern aus.

Das Ende vergangenen Jahres angekündigte Restrukturierungsprogramm hat Colgate zum Teil umgesetzt. Goldman-Analystin Chasen berichtet, dass der US-Konzern mindestens zwei seiner acht Werke in Europa schließt. Ein drittes Werk will Colgate laut Goldman an ein Fremdunternehmen auslagern. Gleichzeitig will der Konzern Verwaltungsfunktionen zentralisieren.

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