Konsumgüterhersteller
Schwellenländer schwärmen für Nivea

Deutlicher Gewinnzuwachs: Beiersdorf verzeichnet ein Plus von 17,3 Prozent. Der Umsatz klettert zugleich organisch um 5,4 Prozent. Grund für den Erfolg des Konsumgüterkonzerns ist der Boom in den Schwellenländern.
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HamburgBeiersdorf ist dank zweistelliger Zuwächse in Südamerika und Asien mit einem Gewinnsprung ins Jahr gestartet. Der Betriebsgewinn kletterte im ersten Quartal binnen Jahresfrist um 17 Prozent auf 215 Millionen Euro und übertraf damit die Erwartungen von Analysten leicht. Sie waren im Schnitt von vier Millionen Euro weniger ausgegangen. "Beiersdorf ist insgesamt gut in das Geschäftsjahr 2013 gestartet. In den Wachstumsregionen haben wir unsere Position ausgebaut und Marktanteile hinzugewonnen", erklärte Vorstandschef Stefan Heidenreich am Donnerstag bei der Präsentation der Geschäftszahlen. Der Konzernumsatz stieg organisch um 5,4 Prozent auf 1,577 Milliarden Euro. An der Börse kamen die Zahlen gut an, die Beiersdorf-Aktie zählte mit einem Plus von 2,5 Prozent zu den größten Dax -Gewinnern.

Während die Erlöse im von der Konsumkrise gebeutelten Westeuropa um 0,7 Prozent und in Deutschland sogar um 1,8 Prozent fielen, spielte der Hersteller von Konsumartikeln der Marken Nivea, La Prairie und Eucerin sowie von Tesa-Klebstoff in anderen Regionen groß auf: In Lateinamerika wuchs der Konzern um 21,6 Prozent. Besonders stark sei das Geschäft in Brasilien gewachsen, erläuterte Heidenreich. In der Region Afrika, Asien und Australien habe der Umsatz um 16 Prozent zugelegt. Dies sei vor allem auf Zuwächse in China, Indien und dem Mittleren Osten zurückzuführen. Die Klebstofftochter Tesa steigerte ihren Umsatz organisch um 3,6 Prozent auf 259 Millionen Euro.

Heidenreich hatte unlängst vor Aktionären bereits von Erfolgen bei der Sanierung und Marktanteilsgewinnen im wichtigen Chinageschäft berichtet. Damit zeichnet sich nach mehreren Verlustjahren ab, dass der Hamburger Traditionskonzern im zweiten Anlauf auf dem asiatischen Markt Fuß fasst und demnächst eine große Baustelle los ist.

Beiersdorf war lange vorgehalten worden, in Schwellenländern zu langsam voranzukommen, wo Konkurrenten wie Unilever und L'Oreal schon länger punkten und so die wirtschaftliche Krise in Europa wettmachen können. Allerdings wachsen die Bäume auch dort nicht überall in den Himmel: Der US-Rivale Procter & Gamble musste unlängst seinen Gewinnausblick senken - gerade wegen der schwächeren Entwicklung in Venezuela, Argentinien, Syrien, Ägypten und Südkorea.

Am Ausblick für 2013 hielt der Vorstand um den seit einem Jahr an der Spitze stehenden Heidenreich fest: Demnach will Beiersdorf den Umsatz stärker steigern als der Gesamtmarkt und bei der Umsatzrendite weiter zulegen. Die operative Rendite hatte sich bereits im abgelaufenen Jahr auf 12,2 von 11,5 Prozent verbessert. Im ersten Vierteljahr lag die operative Umsatzrendite bereits bei 13,6 Prozent nach 12,9 Prozent vor Jahresfrist.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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