Konsumgüterindustrie
Lebensmittelkonzerne sind zuversichtlich

Der britisch-niederländische Konsumgüterriese Unilever hat am Donnerstag trotz eines deutlichen Gewinnrückgangs die Anleger erfreut. Der Aktienkurs des Konzerns sprang um mehr als zehn Prozent nach oben, nachdem Unilever Zahlen für das erste Quartal vorgelegt hatte. Auch die Geschäftszahlen von Nestlé und Kraft Foods stimmen positiv.

LONDON/DÜSSELDORF. Der Umsatz von Unilever, Hersteller von Rama-Margarine, Knorr-Suppen und Mazola-Öl sank um ein Prozent auf 9,5 Mrd. Euro und der Reingewinn um 43 Prozent auf 803 Mio. Euro. Analysten erblickten aber hoffnungsvolle Zeichen hinter den auf den ersten Blick trüben Zahlen.

Rechnet man Wechselkursveränderungen und Beteiligungsverkäufe heraus, dann stieg der Umsatz laut Unilever um fünf Prozent. Das setze sich zusammen aus einem Absatzrückgang um zwei Prozent und Preissteigerungen von sieben Prozent. Vorstandschef Paul Polman zeigte sich zufrieden. „Ich nenne das solide oder ermutigend, wenn ich es mit unseren Konkurrenten vergleiche“, sagte er. Der Absatz entwickele sich von Monat zu Monat besser, obwohl das wirtschaftliche Umfeld weiterhin sehr schwierig sei. Mit gezielten 30-Tage-Plänen gehe er rasch die Problemzonen im Portfolio an. Das Ziel sei es, zu profitablem Wachstum zurückzukehren, ohne die Margen oder den Cash-Flow zu gefährden.

Es gebe zwar noch schwache Bereiche, aber insgesamt sehe der Turnaround bei dem Hersteller nachhaltig aus, sagte Harold Thompson, Analyst der Deutschen Bank. Eine der größten Herausforderungen sei Westeuropa, sagte Martin Deboo, Analyst bei Investec. Polman müsse in Frankreich und Deutschland die verschiedenen Geschäftsfelder unter einem Banner vereinen und das Wachstum vorantreiben. In Großbritannien sei das schon gut gelungen. Der Umsatz schrumpfte im ersten Quartal in Westeuropa um 2,8 Prozent.

Polman hat im Januar das Ruder bei Unilever übernommen. Im Februar schockierte er die Anleger, in dem er ankündigte, keine Prognosen abzugeben, weil der Ausblick zu unsicher sei. Am Donnerstag bekräftigte er diese Haltung und weigerte sich erneut, Ziele vorzugeben.

Wie andere Konsumgüterhersteller hat Unilever damit zu kämpfen, dass die Kunden in der Rezession von Markenartikeln auf Handelsmarken umsteigen. So hat der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé im ersten Quartal 2008 einen Umsatzrückgang von 2,1 Prozent auf 25,2 Mrd. Franken (16,7 Mrd. Euro) verzeichnet und damit die Analystenerwartungen verfehlt.

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