Konsumgüterkonzern
Henkel steht zu ukrainischen Fabriken

„Die frühere Stabilität wird nicht zurückkommen“, sagt Kaspar Rorsted. Der Chef des Persil- und Pritt-Herstellers steht dennoch zum Investment in Schwellenländern – die Ukraine und Russland eingeschlossen.
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Der Konsumgüterkonzern Henkel setzt auf Wachstum in Schwellenländern und will trotz der Krim-Krise nichts von einem Rückzug aus Russland oder der Ukraine wissen. „Man kann nicht sagen, ich gehe weg aus Russland und der Ukraine, weil es dort unruhig ist, und nach drei Jahren komme ich wieder - das geht nicht“, betonte Henkel-Chef Kasper Rorsted am Dienstagabend vor der „Wirtschaftspublizistischen Vereinigung“ in Düsseldorf. Die Auswirkungen der Krim-Krise auf die Geschäfte Henkels seien bislang zudem „sehr begrenzt“, dies könne sich nur ändern, wenn die Krise sehr lang andauere. Seine erste Sorge gelte den Mitarbeitern vor Ort, betonte Rorsted. Insgesamt legte der Manager ein klares Bekenntnis zum Engagement in Schwellenländern ab - dort gebe es Wachstum, auch wenn man „nicht die Stabilität der reifen Märkte erwarten kann“.

Henkel ist seit 1991 in Russland vertreten, derzeit ist das Land für den Hersteller von Pritt und Persil der weltweit viertgrößte Markt. In Russland beschäftigt Henkel rund 2500 Menschen, in der Ukraine sind es etwa 1000 Mitarbeiter, rund die Hälfte davon in der Region Kiew. Der Konzern unterhält in der Ukraine auch mehrere Fabriken, keine davon liegt aber im Gebiet der Krim.

Henkel will konsequent jenseits des Heimatmarkts wachsen, bis 2016 soll der Konzern die Hälfte des dann angepeilten Umsatzes von 20 Milliarden Euro in Wachstumsmärkten einfahren. 2013 hatte Henkel einen Umsatz von rund 16,35 Milliarden Euro verzeichnet. Der Konzern hatte dabei aber ein leichtes Minus verbucht - unter anderem waren Schwankungen der Währungen von Schwellenländern ein Grund dafür.

„Wir leben in einer volatilen Welt, daran müssen wir uns gewöhnen“, unterstrich Rorsted. „Die frühere Stabilität wird nicht zurückkommen.“ Diese neuen Rahmenbedingungen forderten „Flexibilität und Schnelligkeit“ - dann würden sie für Konzerne wie Henkel auch mehr Chancen bieten. „Wir wollen unser Geschäft in Wachstumsregionen weiter ausbauen“, betonte Rorsted, „wir eröffnen dort ständig neue Fabriken, etwa in Russland, China oder Mexiko“. „Man kann nicht global aufgestellt sein, ohne in diesen Ländern zu sein“, sagte Rorsted, „dort ist das Wachstum“. Konzerne bräuchten aber eine „klare Strategie“, um in einer „volatilen Welt“ zu bestehen: „Die Mannschaft muss wissen, wo es hingeht“. Henkel habe sich klare Ziele bis 2016 gesetzt - und mache auf dem Weg dorthin „gute Fortschritte“.

Rorsted will auch Übernahmen stemmen, um das Umsatzziel von 20 Milliarden Euro zu erreichen. Henkel habe bereits Übernahmekandidaten angeschaut - aber auch der Preis müsse passen, unterstrich er erneut. Henkel wolle dabei an seinen drei Geschäftsfeldern Kosmetik, Waschmittel und Klebstoffe festhalten: „Wir sind damit sehr happy.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Konsumgüterkonzern: Henkel steht zu ukrainischen Fabriken"

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  • Zitat : Henkel steht zu ukrainischen Fabriken

    - mag sein das Henkel die Ukrainischen Fabriken behält.......die russischen aber können den Gegensanktionsmaßnahmen der Russen zum Opfer fallen !

    Die Russen sin da sehr rigoros : der Russe läßt sich lange einspannen.....aber um so schneller fährt er anschließend !

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