Konsumgüterkonzern
Procter & Gamble verdient weniger

Der weltgrößte Konsumgüterkonzern Procter & Gamble leidet unter hohen Rohstoffpreisen: Sein Gewinn ging um 19 Prozent zurück. Der Umsatz stieg jedoch leicht um zwei Prozent an.
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ChicagoDer Konsumgüterkonzern Procter & Gamble zahlt für seinen umfangreichen Konzernumbau einen hohen Preis. Auch wegen höherer Kosten für Diesel, Chemikalien und Alkohol senkte der Branchenprimus am Freitag seine
Prognose für das Geschäftsjahr 2011/12. Im dritten Quartal zu Ende März ging der Gewinn um 16 Prozent zu. Procter & Gamble hatte im Februar angekündigt, weltweit rund 5.700 Stellen zu streichen.

Der US-Konzern, der mit Gillette-Rasierklingen, Pampers-Windeln und Wella-Shampoo in jedem Supermarkt vertreten ist, hat es sich auf die Fahne geschrieben, bis 2016 zehn Milliarden Dollar einzusparen. Ziel ist es, das Unternehmen mit knapp 130.000 Mitarbeitern wendiger zu machen. Die Aktie gab vorbörslich an der Wall Street zwei Prozent nach.

Die größten Konkurrenten von Procter & Gamble sind der britische Unilever-Konzern und die deutsche Beiersdorf. Unilever legte trotz Wirtschaftsflaute zu Jahresbeginn ein solides Wachstum hin und profitierte vor allem von der gestiegenen Nachfrage in Schwellenländern. Besonders gut liefen Körperpflegeprodukte wie Duschgels oder Seifen von Dove und Lux sowie Rexona-Deos. Die Marke mit dem stärksten Wachstum war Clear - ein Anti-Schuppen-Shampoo, das in vielen Ländern Asiens den Markt dominiert und jüngst in den USA an den Start ging.

Beiersdorf gibt am 3. Mai Einblick ins abgelaufene Quartal. Wettbewerber Henkel gab sich zuletzt recht optimistisch. Der Überschuss von Procter & Gamble lag im dritten Geschäftsquartal bei 2,41 Milliarden Dollar. Ohne Sonderkosten belief sich der Betriebsgewinn je Aktie auf 94 Cent. Analysten hatten im Schnitt 93 Cent in Aussicht gestellt. Der Umsatz legte um zwei Prozent auf 20,19 Milliarden Dollar.

Nach dem Quartalsrückgang senkte das Unternehmen seine Erwartungen ans Geschäftsjahr auf einen Betriebsgewinn je Aktie von 3,82 bis 3,88 Dollar. Bisher waren es 3,93 bis 4,03 Dollar. Besonders gut lief es im dritten Quartal in der Babypflege, dessen Erlöse um fünf Prozent anzogen. In dieser Sparte reagierten die Kunden nicht so verschreckt auf Preiserhöhungen wie in anderen Geschäftsbereichen. Vor allem in Asien und Lateinamerika blieben die teureren Produkte in den Regalen liegen, weil Wettbewerber nicht mitzogen. In den USA, Großbritannien und Mexiko macht Procter & Gamble deswegen nun eine Rolle rückwärts und senkt die Preise für ein Wachmittel. Getrennt hat sich der Konzern von der Chips-Marke Pringles, die unter das Dach von Kellogg gewandert ist. Der Cornflakes-Anbieter zahlte 2,7 Milliarden Dollar. Bis Ende des Jahres soll die Transaktion über die Bühne gehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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