Konsumgüterriese: Reckitt Benckiser setzt voll auf Schwellenländer

Konsumgüterriese
Reckitt Benckiser setzt voll auf Schwellenländer

Gute Zahlen im Hause Reckitt Benckiser: Der britische Konsumgüterriese hat einen Quartalsgewinn eingefahren, der über den Erwartungen liegt. Dennoch soll die Strategie angepasst werden.
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London/DüsseldorfDer britische Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser hat seinen Umsatz in den Schwellenländern steigern können. Mit dem aufstrebenden Geschäft im Bereich Gesundheit und Hygiene konnte der Konzern die schleppend laufenden europäischen und nordamerikanischen Märkte ausgleichen.

Der Gewinn pro Aktie stieg auf 74,2 Pence, umgerechnet rund 88 Cent. Die Erwartungen der Analysten von Thomson-Reuters lag bei 71,8 Pence.

Der neue Vorstandsvorsitzende Rakesh Kapoor, der seit dem vergangenen September das Unternehmen leitet, sagte am Mittwoch, er werde die Ausgaben für das Marketing erhöhen, da nach den Vorstellungen des Unternehmens die Hälfte des "Kern"-Umsatz bis 2016 aus den Schwellenländern kommen soll. "Wir sollten mehr Investitionen in diesen Märkten tätigen, weil es dort die größten Chancen auf Wachstum gibt. Wir gestalten unser Geschäft für morgen", sagte er auf einer Telefonkonferenz, nachdem das Unternehmen mit einem Gewinnansteig von acht Prozent im vierten Quartal die Prognosen übertroffen hatte.

Er fügte hinzu, dass die Unternehmensgruppe ihren Schwerpunkt auf ihre Marken im Bereich Gesundheit und Hygiene intensivieren werde, da diese die höchsten Gewinnmargen abwerfen, und auch bei Wachstum und Kundenbindung Bestwerte erzielen würden. Zudem würden bis 2016 voraussichtlich 72 Prozent des Kerngeschäfts in diesem Bereich erzielt werden - derzeit sind es 67 Prozent.

Kapoor definiert sein Kerngeschäft mit den Marken aus den Sparten Gesundheit und Hygiene, zusätzlich zu den Heimartikeln wie Vanish und Woolite (Gewebereiniger). Lebensmittel- und Pharma-Einheiten seien dagegen als „Non-Core“ zu sehen. Er plant auch, das Private-Label-Geschäft einzustellen - Einzelhändler verkaufen die Produkte unter ihrem eigenen Markennamen - mit einem Jahresumsatz von rund 200 Millionen Pfund.

Die Reckitt-Aktie stieg an der London Stock Exchange um 3,1 Prozent auf 3.489 Pence. Im FTSE100 war die Aktie der zweitgrößte Gewinner, da die Anleger positiv auf die neue strategische Ausrichtung und die Prognose reagiert haben.

"Das Umsatzwachstum wiederherzustellen wird auf einen gewissen Zeitraum zu bescheidenen Margen führen, aber in den kommenden zwei bis drei Jahren wird das Gewinnwachstum wahrscheinlich auf rund sechs bis sieben Prozent steigen", sagte Analyst Celine Pannuti von JP Morgan.

Reckitt übertraf seine Konkurrenten in den letzten Jahren mit einer Reihe von neuen Produkten und durch Kostensenkungen. Aber da nur ein Viertel des Umsatzes aus den Emerging Markets kommt, hat Reckitt stärker durch die langsamer wachsenden Märkte wie die Länder der Eurozone gelitten.

Sebastian Schaal
Sebastian Schaal
Handelsblatt Online / Redakteur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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