Kontrollaktionär verkauft Aktienpaket
Bei Gea endet die Ära Happel

Großaktionär Otto Happel trennt sich nach einem jahrzehntelangen Engagement seiner Familie überraschend von seinem Aktienpaket von rund 20 Prozent an dem Bochumer Maschinen- und Anlagenbauer Gea.

DÜSSELDORF. Die rund 40 Millionen Aktien wurden von der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein bei institutionellen Investoren für 13,60 Euro je Stück platziert. Happel hat damit rund 540 Mill. Euro eingenommen.

Der Milliardär hatte zuvor angekündigt, lediglich einen Rest von unter einem Prozent der Aktien behalten und auf der Hauptversammlung Anfang Mai in Bochum nicht mehr für einen Sitz im Aufsichtsrat kandidieren zu wollen.

Der in der Schweiz lebende Happel gibt für seinen Ausstieg in einer Mitteilung ausschließlich persönliche Gründe an. Er wolle sich anderen Lebenszielen zuwenden, heißt es in seiner Erklärung. Er habe diesen Ausstieg bereits 1999 geplant. Damals hatte er seine Gea-Mehrheitsbeteiligung an die damalige Metallgesellschaft verkauft. Dafür erhielt er Bargeld und eine zehnprozentige Beteiligung an der Metallgesellschaft, auf die die Gea verschmolzen wurde.

In den folgenden Jahren hatte es immer wieder Differenzen zwischen dem Großaktionär und dem Vorstand unter Leitung von Kajo Neukirchen und später Udo Stark gegeben.

Die Gea-Aktie reagierte auf die Nachricht mit einem kräftigen Kursrutsch von bis zu sieben Prozent. Das Papier notierte bei Kursen um 13,60 Euro. Damit war die Aktie gestern der schwächste Wert im M-Dax. Analyst Erhard Schmitt von Helaba Trust erklärte die Reaktion damit, dass der Verkauf über die Börse mit einer Angebotsausweitung am Markt verbunden sei und offensichtlich kein Interessent das Aktienpaket komplett übernehmen wollte.

Der mit etwa zehn Prozent an der Gea beteiligte Münchener Versicherer Allianz erklärte, er halte an seinem Finanzinvestment fest. Das Paket ist eine der letzten großen Industriebeteiligungen der Allianz. Weiterer Großaktionär ist mit 7,9 Prozent die Anlagegesellschaft Kuwait Investment. Der Streubesitz lag bisher bei 61,3 Prozent. Der Gea-Vorstand kündigte zunächst für den Nachmittag eine Stellungnahme an, verzichtete dann aber darauf.

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