Konzentration auf das Kerngeschäft
Pfleiderer profitiert von neuer Struktur

Der bayerische Holzverarbeiter Pfleiderer sieht die im Februar angekündigte Übernahme des Konkurrenten Kunz auf gutem Weg. „Wir haben die wesentlichen kaufmännischen Fragen geklärt“, sagte Vorstandschef Hans Overdiek bei der Bilanzvorlage.

mwb MÜNCHEN. Es gebe aber noch Details zu klären. Diese dürften sich auf die Finanzierung der Übernahme beziehen. Overdiek deutete an, dass es auch zu einer Kapitalerhöhung kommen könnte. Das Unternehmen verfügt noch über ein genehmigtes Kapital von 20 Millionen Aktien. Den Kaufpreis wollte Overdiek nicht nennen. Nach seinen Andeutungen, dürfte er maximal bei 600 Mill. Euro liegen. Mit dem Umsatz von 630 Mill. Euro bei Kunz will Pfleiderer weltweit Nummer zwei hinter dem österreichischen Konzern M&P Kaindl bei Spanplatten und mitteldichten Faserplatten werden.

In den vergangenen beiden Jahren hat Pfleiderer sich auf das Kerngeschäft konzentriert und bis auf das Bahnschwellengeschäft alle Randbereiche verkauft. Overdiek schloss nicht aus, dass auch diese profitable Sparte mit rund 140 Mill. Euro Umsatz noch abgestoßen werde. Der Erlös könnte dann auch in den Kauf von Kunz investiert werden. Dann wäre die Umstrukturierung komplett abgeschlossen und Pfleiderer mit Kunz auch auf dem Wachstumsmarkt USA vertreten. Pfleiderer forciert den Ausbau der polnischen und russischen Werke.

In diesem Jahr setzt sich bei Pfleiderer der positive Trend des Vorjahres fort. „Per Ende Februar liegen wir beim Umsatz über und beim Ergebnis deutlich über dem Vorjahr“, sagte der Pfleiderer-Chef. Zum weiteren Wachstum sollen auch die mögliche Übernahme des württembergischen Holzwerkstoff-Produzenten Kunz und die Einführung der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich beitragen. Die seit kurzem im M-Dax notierte Pfleiderer-Aktie reagierte kaum und lag im Trend bei 13,24 Euro 0,3 Prozent im Plus.

Für 2005 rechnet Pfleiderer mit einem Umsatz von deutlich mehr als 900 Mill. Euro und einem operativen Ergebnis von mehr als 40 Mill. Euro. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern nach zwei Jahren in den roten Zahlen vor allem auf Grund von Verkaufserlösen abgestoßener Sparten wieder einen Gewinn erzielt. Das Vorsteuerergebnis der fortgeführten Geschäfte war 2004 um 76,5 Prozent auf 31,6 Mill.Euro gestiegen. Mit 901 Mill. Euro hatte Pfleiderer sechs Prozent mehr umgesetzt.

Seine Ressourcen will Pfleiderer zur Stärkung des operativen Geschäfts nutzen. Deshalb soll auch für 2004 keine Dividende gezahlt werden. Für 2005 stellte Overdiek aber eine Dividende in Aussicht.

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