Konzentration auf klassische Themen
Lego schreibt wieder schwarze Zahlen

Europas bekanntester Spielwarenhersteller hat die Wende geschafft. Im vergangenen Jahr habe Lego zum ersten Mal seit 2001 wieder einen Gewinn erzielt, sagte Deutschland-Geschäftsführer Dirk Engehausen gestern im Vorfeld der Spielwarenmesse in Nürnberg.

HB NÜRNBERG. Lego-Eigentümer Kjeld Kirk Kristiansen zeigte sich zuversichtlich, dass es weiter aufwärts geht: „Wir haben jetzt den richtigen Weg gefunden und bieten wieder das an, was die Leute wollen. In den vergangenen Jahren war Lego von einer Krise in die nächste gerutscht. Mit wenigen Unterbrechungen schrieb die Firma über viele Jahre hinweg rote Zahlen. Mehrfach musste Kristiansen tief in seine Privatschatulle greifen, um dem Bauklötzchen-Riesen finanziell aus der Klemme zu helfen. “

Damit ist nach Ansicht des Milliardärs jetzt Schluss. Nach der Neuausrichtung der vergangenen Jahre sei die Firma wieder auf Gewinnkurs. Lego hat eine einschneidende Sanierung hinter sich. Dabei hat sich die Firma unter anderem von ihren vier Legoland-Parks getrennt, ein Werk geschlossen, Immobilien verkauft und Stellen abgebaut. Kristiansen gab zudem die Unternehmensführung ab und ist jetzt nur noch stellvertretender Aufsichtsratschef.

Noch wichtiger aber ist, dass die Dänen nun offenbar wieder die Produkte anbieten, die Kinder faszinieren. Jahrelang verfolgte das Unternehmen einen Schlingerkurs, in dem die traditionellen Plastikklötzchen immer mehr an Bedeutung verloren. Tiefpunkt war die Umbenennung des Verkaufsschlagers Duplo in den Zungenbrecher Lego Explore Mitte der neunziger Jahre. Mittlerweile hat Lego den Fehler erkannt und den eingeführten Namen für die Vorschulserie neu belebt. „Zudem besinnen wir uns wieder auf unsere klassischen Themen“, sagte Kristiansen. Dazu gehören etwa ein Lego-Zoo und Baufahrzeuge.

Dass der neue Kurs ankommt, zeigen die Marktzahlen der Analysten von Eurotoys. Demnach hat Lego dem US-Wettbewerber Mattel im vergangenen Jahr wieder die Marktführerschaft in Deutschland abgenommen. Im Frühjahr 2003 war Mattel erstmals am langjährigen Branchenprimus Lego vorbei gezogen. Lego erreicht nun einen Marktanteil von 11,7 Prozent, Mattel kommt auf 11,3 Prozent. Auf Rang drei folgt mit Playmobil der größte deutsche Anbieter. Für Lego ist Deutschland der wichtigste Markt weltweit.

In der Branche sieht man den Erfolg von Lego dennoch skeptisch. „Die haben sich den Marktanteil durch aggressive Preisnachlässe erkauft“, sagt der Chef eines Wettbewerbers. Ziel sei gewesen, Konkurrenten vom Markt fern zu halten. Lego bestreitet das. Inwiefern die Konkurrenz Recht hat, wird sich am 15. Februar zeigen. Dann legt Lego die Zahlen für 2005 vor.

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