Konzentration auf Premiummarken
Nestle verkauft deutsche Handelsmarken-Eisproduktion

dpa-afx FRANKFURT/HEINSBERG. Der weltgrößte Lebensmittelhersteller Nestle stellt in Deutschland künftig nur noch Speiseeis unter seinen Premiummarken Schöller und Mövenpick her. Die Produktion von so genannten Handelsmarken etwa für Discounter wie Aldi und Lidl wird zum 1. Januar 2007 an den Eisproduzent Rosen Eiskrem im rheinischen Waldfeucht verkauft. Das teilten beide Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt am Main und in Waldfeucht nahe Aachen mit. Damit wechseln die Schöller-Werke in Nürnberg und im brandenburgischen Prenzlau den Besitzer. Rosen Eiskrem im Kreis Heinsberg steigt mit der Übernahme der beiden Werke nach eigenen Angaben zum größten Speiseeis-Produzenten in Deutschland auf.

Zur Höhe des Kaufpreises wollten beide Seiten keine Angaben machen. Mit rund 35 Prozent Marktanteil bleibt Nestle Schöller nach eigenen Angaben die Nummer zwei im Markengeschäft und mit Mövenpick Nummer 1 im Gastronomiebereich. Die rund 450 Mitarbeiter in den beiden Werken werden von Rosen Eiskrem übernommen. Die Nestle Schöller-Zentrale behält ihren Sitz in Nürnberg. Das Nestle Schöller- Werk im niedersächsischen Uelzen bleibt von dem Verkauf ebenfalls unberührt.

Bei Rosen Eiskrem steigt die Produktionskapazität durch den Kauf der beiden Werke erheblich von derzeit 80 auf 230 Mill. Liter Speiseeis pro Jahr an. Das 1967 gegründete Familienunternehmen beschäftigt bislang 340 Mitarbeitern und 140 Saisonkräfte. Der Umsatz werde von 84 Mill. Euro im Jahr 2005 auf 250 Mill. Euro im Jahr 2007 steigen. Rosen Eiskrem produziert heute neben seiner Eigenmarke "Cassie" zu 80 Prozent Handelsmarken. "Mit der Übernahme schaffen wir neue Kapazitäten und zusätzliche Produktsegmente", erklärte Firmeninhaber Dr. Gotthard Kirchner, der eine weitere Internationalisierung der Firmenaktivitäten anstrebt. Bisher beträgt der Exportanteil 20 Prozent des Gesamtumsatzes.

Nestle hatte die Handelsmarken-Eisproduktion in Deutschland 2002 bei der Übernahme von Schöller miterworben. "Vor dem Hintergrund eines sich konsolidierenden Marktes für Handelsmarken ist dies für Nestle Schöller der logische Schritt einer strategischen Ausrichtung auf das Geschäft mit Markenartikeln. Hier haben wir in den letzten Jahren massiv investiert und unsere Position insbesondere mit den Marken Mövenpick und Nestle Schöller stark ausgebaut", sagte der Geschäftsführer der Nestlé Schöller Gmbh, Stefan De Loecker, zu dem Verkauf.

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