Konzentration auf Süßwarengeschäft
Cadbury verkauft Getränkesparte

Der britische Nahrungsmittelkonzern Cadbury Schweppes hat sich entschlossen, sein europäisches Getränkegeschäft an Finanzinvestoren zu verkaufen. Er gab gestern bekannt, dass die Beteiligungsgesellschaften Blackstone und Lion Capital 1,85 Mrd. Euro für das Unternehmen geboten haben.

dih/ire HB LONDON. Damit lag der Preis etwas höher als von Analysten erwartet.

„Wir werden uns nun auf unser schneller wachsendes Geschäft mit Süßwaren und auf die anderen Getränkegeschäfte konzentrieren“, sagte Todd Stitzer, Vorstandschef von Cadbury Schweppes. Der Konzern trennt sich von der europäischen Tochter, die Erfrischungsgetränke wie „Orangina“, „Schweppes“ und „Apollinaris“ herstellt, weil diese zu geringe Beiträge zum Konzernergebnis leistete. Der Umsatz belief sich 2004 auf 653 Mill. Pfund und der Gewinn vor Steuern auf 90 Mill. Pfund. Die Einnahmen will Cadbury zum Schuldenabbau nutzen.

Der Kaufpreis beträgt rund das 9,5-fache des für 2005 erwarteten Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda). Cadbury selbst hatte zum Beispiel für Apollinaris das 8,2-fache des Ebitda bezahlt. Cadbury hat nach eigenen Angaben von den Finanzinvestoren ein bindendes Angebot erhalten. Vor dem Abschluss müsse das Unternehmen aber noch die Arbeitnehmervertretungen in Deutschland, Frankreich und Belgien konsultieren.

In Deutschland lag der Gesamtumsatz der Cadbury-Schweppes-Tochter Apollinaris & Schweppes GmbH mit Sitz in Hamburg im vergangenen Jahr bei 155 Mill. Euro. Das Unternehmen beschäftigte an zwei Standorten in Deutschland 450 Mitarbeiter.

Die Käufer haben im Kampf um das Getränkegeschäft sowohl den US-Nahrungsmittelkonzern Pepsico als auch andere Gruppen von Finanzinvestoren ausgestochen. Blackstone ist eine der größten Private-Equity-Firmen der Welt. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren stark in Europa engagiert. Die Beteiligungen reichen von Legoland über das Entsorgungsunternehmen Sulo bis zum Spezialchemiekonzern Celanese. Lion Capital ist im Frühjahr aus dem europäischen Arm der US-Beteiligungsfirma Hicks Muse Tate & Furst hervorgegangen. Der Londoner Investor hat bisher kleinere Deals gemacht, unter anderem die britische Restaurantkette Wagamama, den Luxus-Schuhhersteller Jimmy Choo und den Frühstücksflocken- Hersteller Weetabix.

Nach der an der starren Haltung der gesamten französischen Politik gescheiterten Übernahme des Nahrungsmittelmultis Danone ist dies schon die zweite Schlappe, die Pepsico in diesem Jahr einstecken muss.

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