Konzentration des Marktes
Hintergrund: Fusionswelle auf dem Energiemarkt

Europas Energiemarkt ist in Bewegung: Seit einem Jahr läuft die Fusionswelle wieder – und sie dürfte noch viele Unternehmen erfassen. Energieexperten rechnen in den kommenden Jahren mit einer Konzentration auf fünf bis acht große Konzerne, die dann den europäischen Energiemarkt beherrschen werden.

DÜSSELDORF. „Der Markt konsolidiert sich, es gibt einen eindeutigen Trend zu größeren Einheiten“, sagt Michael Hegel, Energieexperte von Sal. Oppenheim. „Mit der Übernahme von Endesa durch Eon wird die finale Runde eingeläutet“, glaubt Unternehmensberater Karlheinz Bozem.

Die Übernahme von Endesa durch Eon wäre mit einem Transaktionsvolumen von rund 55 Milliarden Euro der bislang größte Zusammenschluss in der Strom- und Gaswirtschaft. Lange war es auf Europas Energiemarkt ruhig gewesen. Nach zahlreichen Zusammenschlüssen um die Jahrtausendwende, als unter anderem Eon durch Fusion der Konzerne Veba und Viag entstand und anschließend wie Konkurrent RWE europaweit auf Einkaufstour ging, versuchten die Konzerne, ihre Akquisitionen zu verdauen und zu integrieren. Und sie sammelten Kräfte – bauten Schulden ab und füllten wieder ihre Kriegskasse auf.

Im vergangenen Jahr läutete dann Electricité de France (EdF) mit der 7,3 Milliarden Euro teuren Übernahme des italienischen Versorgers Edison die neue Phase ein. Wenig später folgte der französische Suez-Konzern, der sich für elf Milliarden Euro die Mehrheit an der belgischen Electrabel sicherte. Seit Herbst versucht die spanische Gas Natural, den heimischen Konkurrenten Endesa gegen dessen Widerstand zu übernehmen. Das will Eon nun durchkreuzen.

Nach Einschätzung von Berater Bozem ist die Konzentrationswelle noch nicht zum Stillstand gekommen. Ein Trend, der sich mit den meisten Prognosen deckt. Strittig ist nur, wer von den großen Spielern auf dem Energiemarkt selbstständig bleibt. Eon, RWE und die französische EdF werden dazugehören, darin sind sich die Experten einig. Vermutlich auch der italienische Enel-Konzern, eventuell auch die schwedische Vattenfall.

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