Konzentration
Fondsriese will Siemens zerschlagen

Die Deutsche-Bank-Tochter DWS fordert vom Siemens-Management eine völlige Änderung der gegenwärtigen Strategie. Deutschlands größter Fondsanbieter sprach sich am Donnerstag auf der Hauptversammlung von Siemens für eine Aufteilung des Münchener Technologiekonzerns aus.

HB MÜNCHEN. „Wir schlagen eine Zellteilung vor“, sagte der Fondsmanager Henning Gebhardt. Nach dem Vorbild von Hypo-Vereinsbank (HVB) und Bayer solle sich Siemens auf einige Kernbereiche konzentrieren und die restlichen Sparten abspalten. So könne das Unternehmen endlich Margen erzielen, die an das Niveau der Konkurrenten heranreichten, sagte der Fondsmanager. Die DWS hält Siemens-Aktien im Wert von einer Mrd. Euro hält.

„Schaut man auf die Ereignisse der letzten Jahre, kann man nicht wirklich von einem fitten Unternehmen sprechen“, begründete Gebhardt seine Forderung. Der Aktienkurs belege, dass das Management dringend handeln müsse, so Gebhardt. 2005 sei die Aktie zwar um 18 Prozent gestiegen. Der Dax hätte allerdings im selben Zeitraum ein Viertel an Wert gewonnen, und wesentliche Wettbewerber hätten noch deutlich stärker zugelegt.

Gebhardt stand mit seiner Forderung nach einschneidenden Änderungen gestern nicht allein. „Ich verlange eine Verschlankung des Unternehmens“, sagte auch der Aktionärsschützer Willi Bender. Es reiche nicht, „lahme Enten von einem Teich in den anderen zu schieben – die bleiben weiter lahme Enten“. Bender spielte damit auf den Verkauf des hoch defizitären Geschäfts mit der Computerwartung an. Den Bereich hat Siemens jüngst von der verlustreichen IT-Tochter SBS an den Computerbauer Fujitsu Siemens weiter gereicht, an dem der Konzern die Hälfte der Anteile hält.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld will von einer Zerschlagung allerdings nichts wissen. Der Manager verwies auf die Synergien zwischen den Bereichen und die Größenvorteile eines Konzerns etwa im Vertrieb, in der Forschung und im Einkauf. Kleinfeld: „Siemens ist als Summe mehr wert als die Einzelteile.“

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