"Konzern beharrt auf Stellenabbau"
Gewerkschafter erwarten neue Proteste bei Opel

Da das Opel-Management auf drastischen Stellenabbau beharre, sehen Gewerkschafter keine Chance auf eine friedliche Einigung über die Sanierung des Autobauers. Nach Informationen des Handelsblatts bröckelt bei GM Europe in Zürich der Widerstand gegen einen finanziellen Beitrag des Managements.

HB BERLIN. Gewerkschafter rechnen bei Opel mit einer erneuten Verschärfung des Konflikts um die Sanierung des Autoherstellers. Wie die «Frankfurter Rundschau» (FR) am Samstag unter Berufung auf Gewerkschaftskreise berichtete, könnte es noch im November erneut zu befristeten Arbeitsniederlegungen kommen. Nach den bisherigen Gesprächen scheine eine friedliche Einigung nicht möglich zu sein, hieß es demnach.

Vielmehr könne es in der zweiten Novemberhälfte Aktionen geben. Solche Proteste seien an allen drei Opel-Standorten in Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern möglich. Betriebsräte des Autokonzerns und ein Koordinierungskreis der IG Metall haben nach Informationen der Zeitung am Freitag in Kaiserslautern über das weitere Vorgehen beraten. Dabei hätten die Arbeitnehmervertreter beschlossen, dem Koordinierungskreis die Entscheidung zu übertragen, welche Aktionen wo organisiert werden sollen.

Nach Einschätzung von Gewerkschaftern seien weitere Proteste nötig, damit das Management von seiner bisherigen Position abrücke, so die «FR» weiter. Im Oktober waren die Arbeiter im Werk Bochum unmittelbar nach Bekanntgabe des Sanierungsplans für eine Woche in einen spontanen Streik getreten. Dadurch war es auch in anderen europäischen Werken der Opel-Mutter General Motors (GM) zu Produktionsausfällen gekommen.

Das Blatt zitierte nicht namentlich genannte Gewerkschafter mit den Worten, der Konzern beharre auf einem drastischen Stellenabbau. Den Angaben zufolge sollen die Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Unternehmensspitze Mitte November fortgesetzt werden. Die Arbeitnehmervertreter wollen betriebsbedingte Kündigungen verhindern und sind bereit, über den Abbau übertariflicher Leistungen zu reden. General Motors will in den kommenden zwei Jahren in Europa 12.000 Arbeitsplätze streichen und die Kosten jährlich um 500 Millionen Euro reduzieren. Davon soll die Hauptlast Opel tragen.

Nach Informationen des Handelsblatts bröckelt in der GM-Europazentrale in Zürich allmählich der Widerstand gegen einen finanziellen Beitrag der Führungskräfte bei der Sanierung. «Das werden wir wohl kaum mehr vermeiden können», hieß es in Unternehmenskreisen. Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz sagte dem Handelsblatt, er gehe «selbstverständlich davon aus, dass das gesamte GM-Management in Europa auf sich selbst das anwendet, was sie den Beschäftigten zumuten will». Am Freitag hatte der Vorstand von Opel-Konkurrent Volkswagen bekräftigt, dass die Chefetage ebenso wie die Belegschaft 28 Monate lang auf Gehaltserhöhungen verzichten werde. Der Vorstand von DaimlerChrysler hatte Ende Juli im Rahmen des Sparpakets ebenfalls beschlossen, seine Gesamtvergütung um zehn Prozent zu verringern.

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