Konzern erhöht Druck auf Belegschaft
VW stellt Zukunft deutscher Werke in Frage

Für die deutschen VW-Beschäftigten brechen harte Zeiten an. Konzernchef Bernd Pischetsrieder machte heute bei einer Analystenkonferenz klar, dass die Zukunft der Arbeitsplätze nur mit massiven Einschnitten zu sichern ist: „Das ist ganz einfach: Wir brauchen Kostensenkungen, entweder durch weniger Beschäftigte oder durch geringere Kosten je Beschäftigtem“, sagte der Vorstandschef.

HB FRANKFURT. Pischetsrieder bekräftigte, dass der VW-Konzern seine Ertragskraft bis 2008 um vier Milliarden Euro gegenüber 2004 verbessern will. Dazu sei es nötig, das Defizit in den USA zu beseitigen, Es betrug 2004 rund eine Milliarde Euro und werde dieses Jahr „nicht substanziell besser“ ausfallen, so Pischetsrieder. Am Beispiel des Werkes Emden sagte er: „Wenn es nicht gelingt, den Passat zu Kosten zu produzieren, die einen profitablen Export erlauben, hat das Werk langfristig keine Zukunft.“ „Wir brauchen Kostensenkungen nicht nur in Wolfsburg, sondern auch anderswo“, sagte Pischetsrieder. VW halte sich dafür alle Optionen offen. Der Konzernchef deutete auch die Möglichkeit eines Personalabbaus an, wodurch kurzfristig allerdings die Kosten steigen würden.

Der Konzernchef betonte auch, dass sich diese Problematik nicht auf den US–Markt beschränke. In den nächsten Jahrzehnten werde das Wachstum in der Automobilbranche nicht in Europa stattfinden, sondern in Märkten wie Südostasiens, in denen keine europäischen Verkaufspreise zu erzielen seien. Nur wenn die Kosten soweit sinken würden, dass sich ein Export in diese Länder lohne, seien die europäischen Standorte überlebensfähig: „Davon sind wir noch weit entfernt“, machte der Chef des Wolfsburger Konzerns deutlich.

Nach Ansicht von Pischetsrieder ist es notwendig, die Modellpalette in den USA zu erweitern. Zur Zeit werden dort vor allem die Modelle Jetta und Passat verkauft. Pischetsrieder erklärte, Volkswagen brauche aber auch Präsenz bei kompakten Geländewagen und bei einem geräumigeren Fahrzeug.

Der Konzern verhandelt zur Zeit in Wolfsburg mit der Belegschaft über den Bau eines kleineren Geländewagens. Die Manager verlangen Zugeständnisse bei den Arbeitskosten, weil das Modell sonst zu teuer in der Produktion sei.

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