Konzern forciert Sanierung
Rhodia fädelt Verkauf der Phosphorchemie ein

Die Rhodia S.A. hat mit dem in den Niederlanden ansässigen Phosphor-Spezialisten Thermphos BV exklusive Verhandlungen über den Verkauf ihrer europäischen Phosphatspezialitäten vereinbart.

abo DÜSSELDORF.Auch bei der Abgabe der Phosphatproduktion in den USA gehe es voran, meldete der französische Spezialchemiekonzern.

Vorstandchef Jean-Pierre Clamadieu will mit Verkäufen von Geschäftsteilen mit bis zu 1,4 Mrd. Euro Umsatz rund 700 Mill. Euro erlösen – gut die Hälfte davon hat er jetzt schon so gut wie sicher. Bis Ende Mai soll die Veräußerung der Rhodia-Lebensmittelzutaten an den Aromaproduzenten Danisco A/S für insgesamt 320 Mill. Euro über die Bühne gehen. Auch die Phosphorchemie will Clamadieu noch im ersten Halbjahr zu Geld machen. Getrennt hat er sich auch von einer Beteiligung an einem chilenischen Hersteller von Lebensmittelzusätzen aus Seetang.

Damit rückt das Unternehmen seinem Ziel näher, durch die Trennung von zwei größeren Sparten wieder Geld in die Kasse zu bekommen. Rodia war nach überteuerten Zukäufen in Schieflage geraten.

Zudem hat der Konzern gestern eine Anleiheemission im Volumen von 600 Mill. Euro gestartet. Einen Großteil des Volumens, das je nach Nachfrage um bis zu 100 Mill. Euro aufgestockt werden kann, will Clamadieu außerbörslich bei Investoren platzieren. Am Montag endet die Zeichnungsfrist der Rhodia-Kapitalerhöhung. Die Gesellschaft will für 471 Mill. Euro knapp 450 Mill. junge Aktien zu je 1,05 Euro ausgeben. Wie die Papiere am Markt ankommen, ist noch offen. Großaktionär Aventis SA und ein Bankenkonsortium haben die Emission garantiert. Der Rhodia-Kurs stieg gestern um über 3 % auf Werte um 1,34 Euro.

Der Schweizer Konkurrent Clariant AG hat seine Kapitalerhöhung schon abgeschlossen. Er brachte 76 Mill. Namensaktien am Markt unter. Das bringt dem Konzern, der sich gerade durch Spartenverkäufe auf rund 6,5 Mrd. Euro Umsatz gesundschrumpft, knapp 600 Mill. Euro (920 Mill. sfr) ein. Der nach der Degussa AG zweitgrößte Spezialchemiekonzern der Welt hat auch nach Jahren die Integration mehrerer Chemiegeschäfte der früheren Hoechst AG noch nicht verdaut. Dazu verhoben sich die Schweizer 2000 beim Kauf der britischen BTP Plc.

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