Konzern fürchtet Mehrwertsteuererhöhung
Freixenet leidet unter deutschem Preiskampf

Der spanische Schaumweinhersteller Freixenet leidet laut eigener Aussage unter dem preisorientierten Konsumverhalten der Deutschen. Auf seinem wichtigsten Markt könne er nur sehr langsam den Umsatz steigern. „Deutschland ist sehr kompliziert für uns geworden“, sagt CEO Pedro Ferrer im Gespräch mit dem Handelsblatt.

BARCELONA. „Die Mehrwertsteuererhöhung im kommenden Jahr wird es für uns noch schwieriger machen, dort mit einem Markenprodukt wie Freixenet Erfolg zu haben.“ Die Preise seien immer härter umkämpft; die Margen würden immer geringer. Dies sei ein Grund, warum Freixenet auch in Deutschland zunehmend Handelsmarken anbietet.

Erschwerend hinzu kommt, dass das Unternehmen sich auf dem deutschen Markt einen neuen Vertriebspartner suchen muss. Der bisherige Partner Eckes wurde vor Kurzem von der ostdeutschen Sektkellerei Rotkäppchen übernommen – ausgerechnet vom zu einem immer größer werdenden Rivalen Freixenets.

25 Prozent des Gesamtabsatzes bezogen auf die verkauften Flaschen machen die Spanier in Deutschland. 380 Millionen Schaumweinflaschen werden hier insgesamt pro Jahr verkauft. Freixenet hat einen Marktanteil von 14 Prozent.

Aber nicht nur auf dem deutschen Markt hat das Unternehmen derzeit Probleme. Der weltweite Marktführer im Segment der Schaumweine musste im Geschäftsjahr 2005/2006 einen Umsatzverlust von mehr als einem Prozent auf 513 Mill. Euro hinnehmen. Allein in Spanien gingen die Einnahmen in den vergangenen zwei Jahren um zehn Prozent zurück.

Freixenet-Verwaltungsratschef Josep Lluis Bonet vermutet dahinter auch politische Gründe: Der Konzern hat seinen Sitz im nordspanischen Katalonien - einer Region, die wegen ihrer Unabhängigkeitsbestrebungen in den vergangenen zwei Jahren von vielen im Land angefeindet wurde. Bestimmte politische Parteien haben diese Entwicklung indirekt unterstützt. „Produkte aus Katalonien wurden regelrecht boykottiert,“ beklagt Bonet. Die Situation habe sich jedoch inzwischen wieder beruhigt.

Beim Weihnachtsgeschäft hofft Freixenet wieder auf eine positive Einnahmeentwicklung. Dabei soll auch millionenschweres Marketing helfen: Für die Weihnachts-Werbekampagne schlürft in diesem Jahr die US-Schauspielerin Gwyneth Paltrow genüsslich einen Freixenet.

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