Konzern geht weitere Kooperation mit Diehl ein
Rheinmetall baut Rüstungssparte aus

Der Rüstungs- und Autozuliefer-Konzern Rheinmetall baut seine Militär-Sparte durch Zukäufe aus. Das Düsseldorfer Unternehmen erwirbt 50 Prozent des Sensorenherstellers AIM Infrarot-Module GmbH und übernimmt den österreichischen Munitionsproduzenten Arges vollständig, teilte Rheinmetall mit.

tom DÜSSELDORF. Zu den finanziellen Details sei Stillschweigen vereinbart worden. AIM macht einen Jahresumsatz von rund 50 Mill. Euro. Den AIM-Anteil kauft Rheinmetall von der Daimler-Chrysler-Tochter EHG Elektroholding. Die zweite Hälfte gehört dem Rüstungskonzern Diehl. AIM baut Sensoren unter anderem für Nachtsichtgeräte oder Suchköpfe von modernen Raketen. Mit dem Nürnberger Unternehmen Diehl kooperiert Rheinmetall bereits bei der Herstellung von intelligenter Munition und so genannten „nicht-tödlichen“ Waffen.

Mit dem Kauf des bisherigen Konkurrenten Arges setze sich Rheinmetall an die Spitze in einem immer schneller wachsenden Markt für Mittelkalibermunition, sagte ein Sprecher. Als Wachstumsmarkt habe man dabei speziell die USA im Auge, wo Arges bereits gut aufgestellt sei.

Rheinmetall hat auf dem schwierigen, aber lukrativen US-Markt immer noch Nachholbedarf. Die Geschosse für das Mittelkaliber sind derzeit stark gefragt, weil sich im Militär der Trend zu leichteren und mobilen Waffen durchsetzt. So hat zum Beispiel auch der Schützenpanzer Puma eine Mittelkaliber-Kanone.

Auf der Hauptversammlung des Konzerns hatte Rheinmetall-Chef Klaus Eberhardt erst kürzlich die Ziele für 2005 bestätigt: Rheinmetall werde organisch wachsen und den Gewinn steigern. Der Konzernchef hält in den kommenden fünf Jahren weiterhin ein Umsatzwachstum aus eigener Kraft von jährlich fünf Prozent für möglich.

Klar sei auch, dass Rheinmetall keine großen Akquisitionen anpeile sondern in kleinen Schritten wachsen wolle, hatte Eberhardt betont. Rheinmetall wolle aber eine „aktive Rolle“ bei der Konsolidierung der heerestechnischen Industrie in Deutschland und Europa einnehmen. Vor allem in Deutschland gilt die Branche, in der viele kleine und mittelgroße Firmen aktiv sind, als stark zersplittert.

Rheinmetall hatte sich in den vergangenen fünf Jahren auf die Bereiche Rüstung und Autozulieferung konzentriert und zahlreiche Aktivitäten verkauft. Analysten wie Aktionärsvertreter haben immer wieder eine weitere Konzentration auf das Militärgeschäft und größere Zukäufe angemahnt. Immer wieder ranken sich zudem Spekulationen um ein Zusammenschluss mit dem Münchner Unternehmen Krauss-MaffeiWegmann.

„Der Kurs den Rheinmetall jetzt eingeschlagen hat, ist richtig“, sagt dagegen Richard Schramm von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Nach der Umstrukturierung brauche der Konzern auch eine Phase der Ruhe. Rheinmetall behalte für die Konsolidierung in Deutschland gute Karten.

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