Konzern hält an Generika fest
Novartis setzt auf Pharma-Konsolidierung

Für den Schweizer Arzneimittelhersteller Novartis AG sind Großakquisitionen derzeit kein Thema. Vorstandschef Daniel Vasella bestreitet eine aktive Rolle in der Übernahmeschlacht um Aventis.

abo/ant/jod/oli FRANKFURT/M. Drei Monate nach der Entscheidung im Übernahmekampf um die konkurrierende Aventis SA, in dem Novartis als Weißer Ritter im Gespräch war, sieht Vorstandschef Daniel Vasella zwar großen Konsolidierungsdruck in der Branche. Die Unternehmen fürchteten aber, bei großen Zukäufen zu hohe Preise zu zahlen. Die Bedingungen für kleinere Deals seien deswegen gegenwärtig günstiger.

„Die Kombination höherer Forschungs- und Marketingaufwendungen mit stärkerem Preisdruck lässt die Margen sinken und treibt die Konsolidierung der Industrie voran,“ beschrieb Vasella die Lage der Branche im Gespräch mit dem Handelsblatt. Inzwischen hätten die zehn größten Arzneimittelhersteller zusammen rund 50 Prozent Marktanteil, doppelt so viel wie vor zehn Jahren. „Der Trend zur Konzentration zeigt sich schubweise, aber er ist irreversibel“, sagte Vasella.

Der Schweizern Konzern ist in dieser Entwicklung gut positioniert. „Novartis zeigt ein überdurchschnittliches Umsatz- und Gewinnwachstum und ist im Vergleich zum europäischen Pharmasektor niedrig bewertet“, meint Pharma-Analystin Birgit Kuhlhoff vom Bankhaus Oppenheim. Dazu verfügt der Konzern über umgerechnet 5,9 Mrd. Euro liquide Mittel und ein erstklassiges Schuldenrating der Agenturen Standard & Poor’s und Moody’s. Das ermöglicht es Novartis, Chancen zu externem Wachstum wahrzunehmen.

Novartis’ Rolle bei der Übernahme von Aventis durch Sanofi- Synthélabo SA beschrieb Vasella zurückhaltend. „Aus der Sicht des Aventis-Aufsichtsrates war es unsere Rolle, den Preis hoch zu treiben“, sagte Vasella, wobei er sich nicht darauf fest legte, ob Novartis dies angestrebt habe. Finanziellen Nutzen habe Novartis davon nicht gehabt. „Auch wenn man nicht übernehmen will – schon die Präsenz treibt den Preis“, sagte er. Aventis’ Bewertung durch Sanofis erste Offerte habe er als zu niedrig empfunden. „Und es schadet ja nicht, wenn die Konkurrenz mehr zahlt.“

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