Konzern hat Umbau hinter sich
Maschinenbauer Körber wächst durch Zukäufe

Der Hamburger Maschinenbaukonzern Körber macht nach tief greifenden Umtrukturierungen wieder Gewinn und rechnet für dieses Jahr mit einer stabilen Ertragsentwicklung. Problematisch bleibt allerdings die Sparte Werkzeugmaschinen.

HB HAMBURG. „Es gibt zwar hier und da im Konzern noch einige Probleme, aber insgesamt läuft Körber rund“, sagte Werner Redeker, der Vorstandsvorsitzende der Körber AG, am Donnerstag in Hamburg auf der Bilanzpressekonferenz. Die Ertragswende im Vorjahr sei vor allem auf wegfallende Kosten für Restrukturierung, den Erfolg dieser Restrukturierung und ein Umsatzwachstum von acht Prozent auf 1,38 Milliarden Euro zurückzuführen. Das habe einen Sprung im Ergebnis vor Steuern von minus 30 auf plus 127 Millionen Euro nach sich gezogen.

Die größte Körber-Konzernsparte mit einem Umsatz von zuletzt 611 Millionen Euro sind Tabak- und Zigarettenmaschinen, wo Körber weltweiter Marktführer ist. Mit nennenswerten Umsatzsteigerungen rechnet Redeker in diesem Bereich nicht. „Unsere Kunden schließen sich zusammen und es entstehen Überkapazitäten“, sagte er. „Zudem werden sie durch Werbe- und Rauchverbote sowie Steuererhöhungen beeinflusst.“ Der weltweite Zigarettenkonsum ist nach Redekers Worten ungefähr konstant; Wachstum gebe es nur in China. Die Chinesen bauen ihre Zigarettenmaschinen aber zum Teil selbst.

Zusätzlichen Absatz erwartet sich Redeker vor allem von innovativen Produkten. Auch die zweitgrößte Körber-Sparte mit Maschinen für die Papier-, Tissue und Hygienetechnik, die zuletzt ein kräftiges Umsatzplus von elf Prozent auf 382 Millionen Euro erreichte, steht unter verstärktem Wettbewerbsdruck. Körber hat diesen Bereich jedoch durch den Mehrheitserwerb der Winkler und Dünnebier AG gestärkt, dem führenden Hersteller von Maschinen für Briefumschläge. Die Neuerwerbung werde zunächst nur zum Umsatzwachstum des Konzerns beitragen und noch keine nennenswerten Gewinne machen.

In der Konzernsparte Werkzeugmaschinen, die als einziger Bereich keinen Gewinn erwirtschaftete, sieht Redeker in diesem Jahr die Wende. „Der Bedarf steigt weltweit, der Umsatz von zuletzt 304 Millionen Euro wird deutlich steigen und die Restrukturierungen zeigen Wirkung“, sagte er. Auch diese Sparte wurde durch einen Unternehmenskauf vergrößert, so dass im laufenden Jahr der Gesamtumsatz des Körber-Konzerns auf 1,5 Milliarden Euro steigen werde.

„Der Konzern wird internationaler, nicht nur bei Vertrieb und Service, sondern auch bei der Produktion“, sagte der Vorstandschef. Noch verkaufe Körber die Hälfte seiner Maschinen in Europa, doch der Anteil Asiens wachse beständig. Das Unternehmen produziert bereits im Ausland, so auch in Ungarn, Malaysia und China. Mit den neu erworbenen Unternehmen beschäftigt Körber rund 8900 Mitarbeiter. Das Unternehmen nimmt keine Kredite auf und hat als einzigen Eigentümer die Körber-Stiftung.

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