Konzern kauft in der Medizintechnik zu
Siemens plant milliardenschwere Übernahme

Die Medizintechnik-Sparte von Siemens will die US-Firma CTI Molecular Imaging kaufen. Die Übernahme kostet rund eine Milliarde Dollar.

HB MÜNCHEN. „Die Akquisition wird es Siemens erlauben, unsere Leistungsstärke in molekularer Bildgebung weiter zu verbessern, unsere Forschungsgebiete zu verbreitern und neue Standards in der Industrie zu definieren“, teile Siemens am Freitag in München mit. „Das Volumen der Investition beträgt rund eine Milliarde US-Dollar.“ Umgerechnet entspricht dies rund 750 Mill. €. Siemens werde den CTI-Aktionären innerhalb der nächsten zehn Werktage ein Kaufangebot über 20,50 Dollar je Aktie machen, um deren Anteile zu übernehmen. Am Donnerstag hatten CTI-Aktien mit 17,53 Dollar geschlossen.

CTI mit Hauptsitz in Knoxville im US-Bundesstaat Tennessee ist in der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) tätig. Es handelt sich dabei um eine Bildgebungstechnologie, die zur Erkennung und Behandlung von Krebs, neurologischen Störungen und Herz-Erkrankungen eingesetzt wird. Die US-Firma mit knapp 1000 Mitarbeitern wurde 1983 gegründet und setzte im Geschäftsjahr 2003/04 (zum 30. September) 402 Mill. Dollar um. Der operative Gewinn (Ebit) belief sich auf 58 Mill. Dollar. Seit 1987 betreiben Siemens und CTI unter dem Namen CTI PET Systems ein Gemeinschaftsunternehmen.

„Dieser Schritt ist eine natürliche Weiterentwicklung unserer langjährigen Zusammenarbeit mit CTI“, erklärte Erich Reinhardt, Chef der Siemens-Medizintechnik (Med). Der Abschluss der Transaktion werde - vorbehaltlich der Zustimmung von Aufsichtsbehörden und Aktionären - bis spätestens Juni 2005 erwartet.

Seit längerem werden Zukäufe in dem Siemens-Bereich - einer der Ertragsperlen im Konzern - erwartet. Der US-Erzrivale General Electric (GE) hat sich im Medizintechnik-Geschäft zuletzt mit der finnischen Instrumentarium und dem britischen Gesundheitsdienstleister Amersham massiv verstärkt.

Analysten und Investoren drängen Siemens, den hohen Barmittelbestand von weit mehr als zehn Mrd. € in Zukäufe zu investieren oder auszuschütten. Die Münchener hatten sich allerdings in den vergangenen Monaten mit Zukäufen schwer getan. So gab es ein monatelanges Hin und Her um die Übernahme des österreichischen Anlagenbauers VA Tech. Vom Kauf von Teilen des im Frühjahr 2004 stark angeschlagenen französischen Alstom-Konzerns musste Siemens sogar Abstand nehmen.

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