Konzern kauft Sparte des Konkurrenten Roche für 2,38 Milliarden Euro
Bayer will Weltmarktführer bei rezeptfreien Arzneien werden

Der Bayer-Konzern geht erstmals seit Jahren in der Gesundheitssparte wieder auf Expansionskurs: Die Leverkusener kaufen zum Preis von 2,38 Milliarden Euro das Geschäft des Schweizer Konkurrenten Roche mit verschreibungsfreien Medikamenten.

shf/oli FRANKFURT/M. Durch die Übernahme wird Bayer in der Sparte der rezeptfreien Medikamente - dem Bereich "over the counter" (OTC) - unter die drei weltweit führenden Anbieter vorstoßen. Rezeptfreie Medikamente dürften künftig rund ein Drittel zum Umsatz der Pharmasparte Bayer Healthcare und etwa ein Zehntel zum Konzernumsatz beitragen. "Unser Ziel ist es, das OTC-Geschäft weiter auszubauen und zur Nummer eins auf dem Gebiet weltweit zu werden. Dem sind wir einen großen Schritt näher gekommen", sagte Bayer-Chef Werner Wenning.

Analysten bewerteten die Übernahme überwiegend als strategisch richtiges Manöver, um den Teilkonzern Bayer Healthcare wieder voranzubringen. "Der Zukauf erscheint sinnvoll für Bayer, weil die Marktposition in dem Bereich deutlich verbessert wird", sagte Andreas Theisen von der WestLB.

Angesichts des relativ hohen Kaufpreises reagierte die Börse allerdings negativ. Mit Kursverlusten von zeitweise mehr als drei Prozent gehörte die Bayer-Aktie am Montag zu den Tagesverlierern im Dax. Auch die Ratingagentur Standard & Poor?s reagierte skeptisch. Mit der Begründung, die Akquisition werde das Finanzprofil von Bayer schwächen, senkte sie das Langfristrating von "A+" auf "A". Im OTC-Geschäft ist Bayer vor allem mit Marken wie "Aspirin" und "Alka-Seltzer" präsent. Von Roche kommen nun Produkte wie die Hautcreme "Bepanthen" oder das Magenmedikament "Rennie".

Insgesamt werde Bayer künftig mit rezeptfreien Medikamenten einen Umsatz von 2,4 Mrd. Euro erzielen und in diesem Bereich 6 700 Mitarbeiter in 120 Ländern beschäftigen, sagte Wenning. Allerdings muss die Übernahme noch von den Kartellbehörden genehmigt werden.

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