Konzern kauft zehn Prozent
Acciona steigt bei Endesa ein

Neue Wende im Ringen um Endesa: Der spanische Energiedienstleister Acciona hat nach eigenen Angaben zehn Prozent an dem von Eon umworbenen Versorger Endesa gekauft. Acciona kündigte an, seine Anteile an Endesa auf bis zu knapp unter 25 Prozent zu erhöhen. Ab dieser Marke müsste ein förmliches Übernahmeangebot vorgelegt werden.

HB MADRID. In einem am Montag veröffentlichten Brief an die spanische Börsenaufsicht CNMV schloss Acciona nicht aus, den Anteil noch weiter zu erhöhen, ein Übernahmeangebot sei aber nicht geplant. Zuvor hatte Acciona mitgeteilt, es habe die Aktien zu einem Kurs von 32 Euro je Papier erworben. Das entspricht einem Aufschlag von fast neun Prozent auf den Endesa-Schlusskurs von 29,40 Euro.

Acciona wird mit dem Erwerb größter Aktionär von Endesa, knapp vor dem bisher größten Kapitaleigner Caja Madrid. Die Sparkassenkette verfügt nach spanischen Medienberichten über 9,94 Prozent der Endesa-Anteile. Der Konzern Acciona mit Sitz in Alcobendas bei Madrid war 1997 aus einer Fusion mehrerer Unternehmen hervorgegangen. Er ist bereits in der Energiewirtschaft tätig, vor allem in Bereichen alternativer Energieformen wie der Sonnen- und Windenergie.

Eon lehnte einen Kommentar zum Acciona-Einstieg ab. Der deutsche Versorger will sämtliche Aktien von Endesa übernehmen und hat hierfür 24,405 Euro je Papier geboten. Mit dem Schritt Accionas dürfte der Druck auf Eon wachsen, seine Offerte zu erhöhen.

Die spanische Regierung hatte zuvor angekündigt, sich der EU-Entscheidung im Streit über die Endesa-Übernahme durch den deutschen Energiekonzern zu beugen. Der neue spanische Industrieminister Joan Clos sagte in Brüssel, EU-Recht sei auch spanisches Recht und könne von seiner Regierung nicht ignoriert werden.

Die Kommission wird am Dienstag nach Angaben aus mit dem Verfahren vertrauten Kreisen spanische Auflagen für die Fusion weitgehend kippen. Die spanische Regulierungsbehörde hatte ein Zusammengehen von Eon und Endesa an insgesamt 19 Auflagen geknüpft.

Dagegen erhob die EU-Kommission Einspruch, weil sie die Regeln des gemeinsamen Binnenmarktes verletzt sieht. Auch beide Konzerne legten Beschwerde ein. Die spanische Behörde hatte unter anderem verlangt, dass Eon ein Endesa-Atomkraftwerk und andere Kraftwerke abgeben müsse.

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