Konzern kommt in Fahrt
Bahn-Auftrag beflügelt Siemens

Die seit Jahren zu den Problemfällen zählende Verkehrstechnik-Sparte des Siemens-Konzerns sieht sich trotz Wirtschaftskrise im Aufwind. Der Geschäftsbereich werde im nächsten Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben und die von Vorstandschef Peter Löscher geforderte operative Marge von fünf bis sieben Prozent im Jahr 2010 erreichen, sagte Spartenchef Hans-Jörg Grundmann dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Die Sparte habe rechtzeitig vor der Finanz- und Wirtschaftskrise begonnen, die Strukturen effizienter zu machen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung „sind wir jetzt doppelt froh, unsere Hausaufgaben gemacht zu haben“. Der 53-jährige Manager hatte Anfang des Jahres den neu zugeschnittenen Geschäftsbereich Mobility übernommen.

Nun bewege man sich gestärkt in einem Markt, der mit seinen langfristigen Geschäften stabilisierend wirke. Von der Krise sei in der Branche bisher nichts zu spüren. Grundmann rechnet eher damit, dass Konjunkturprogramme zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur die Geschäfte noch beflügeln. Branchenbeobachter beurteilen die Lage allerdings weniger optimistisch: Der Wirtschaftsabschwung werde den Bahnmarkt voraussichtlich nicht unbeeindruckt lassen, hieß es in Beraterkreisen.

Auftrieb erhofft sich Siemens zudem von dem Auftrag der Deutschen Bahn über 15 ICE-Züge der neuesten Generation. Löscher und Bahnchef Hartmut Mehdorn unterzeichneten am Mittwoch in Berlin den 500-Millionen-Euro-Auftrag. Die Züge sollen 2011 und 2012 ausgeliefert werden und werden technisch für den internationalen Einsatz in Westeuropa ausgerüstet.

Außerdem gebe es eine Option, in zwei bis drei Jahren weitere Züge zu beziehen, sagte Mehdorn. Löscher sprach von einem „wichtigen Meilenstein“. Siemens rechnet sich auch für eine ungleich größere Ausschreibung der Bahn im nächsten Jahr gute Chancen aus: Anfang 2009 will sie über den Auftrag für 300 Züge als Nachfolger von Intercity und Eurocity entscheiden.

Im Wettbewerb mit dem Konkurrenten Alstom und dessen Zügen TGV und AGV habe Siemens inzwischen die Nase vorn, sagte Grundmann: „Vier von fünf schnellen Zügen, die in den letzten Jahren national und international bestellt wurden, sind Velaro-Züge.“ Der Konzern rechne sich auch bei der französischen Staatsbahn SNCF gute Chancen aus, die ab 2009 in großem Umfang ihre TGV-Flotten erneuern muss.

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