Konzern konzentriert sich auf Optik-Sparte
Jenoptik-Aktionäre stimmen Kurswechsel zu

Die Aktionäre des Technologiekonzerns Jenoptik haben gestern grünes Licht für die Aufspaltung des größten börsennotierten Unternehmens Ostdeutschlands gegeben. Auf der Hauptversammlung in Weimar stimmten die Anteilseigner mit der erforderlichen Dreiviertelmehrheit dem Vorschlag des Managements zu, den Geschäftsbereich Anlagenbau/Reinraumtechnik abzutrennen, wodurch Jenoptik in den nächsten zwei Jahren vier Fünftel des Umsatzes verliert.

HB/mjh DÜSSELDORF. Größter Einzelaktionär von Jenoptik ist der Freistaat Thüringen mit einem Anteil von 14,8 Prozent; fast 80 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz. An der Spitze des Aufsichtsrats steht der frühere Vorstandsvorsitzende Lothar Späth.

Dessen seit Juni 2003 amtierender Nachfolger Alexander von Witzleben warb gestern bei den Aktionären nochmals um Unterstützung für seinen radikalen Kurs. Nachdem Jenoptik in der vergangenen Woche den ursprünglich für die erste Jahreshälfte 2005 geplanten Börsengang der nach Singapur ausgelagerten Anlagenbau-Tochter M+W-Zander wegen des schlechten Marktumfelds auf unbestimmte Zeit verschieben musste, hatten einige Analysten befürchtet, der Konzernumbau könnte ins Stocken geraten. Diese Sorgen erweisen sich nun als unbegründet. Der Kurs der zuletzt arg gebeutelten Jenoptik-Aktie legte um gut zwei Prozent zu.

Von Witzleben begründete die Konzentration auf die profitablere Optik-Sparte Photonics (Laser, Blitzgeräte, Militärtechnik) mit voraussichtlich 400 Mill. Euro Umsatz in diesem Jahr mit einer zu dünnen Kapitaldecke. Stattdessen will Jenoptik ein „lupenreiner Technologiekonzern werden, der den Umgang mit Licht als industrielles Werkzeug beherrscht“. Innerhalb der nächsten zwei Jahre will sich Jenoptik vom einstigen Kerngeschäft Anlagenbau für die Halbleiterindustrie und Gebäudemanagement trennen. Für diese Geschäfte wird 2005 ein Umsatz von 1,5 Mrd. Euro erwartet.

Von Witzleben will das Wachstum in der Sparte Photonics forcieren. Bis 2007 solle der Umsatz auf 500 Mill. Euro steigen, langfristig strebt auch mit Übernahmen eine Milliarde Euro an. Eine Dividende zahlt Jenoptik für 2004 nicht, Entschuldung und der Photonics-Ausbau hätten Vorrang, hieß es.

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