Konzern kündigt für das Gesamtjahr Verlust an
Degussa spürt Preisdruck der asiatischen Konkurrenz

Der Spezialchemiekonzern Degussa hat auf eine konjunkturelle Belebung gehofft. Doch die Flaute hat Gewinn und Umsatz einbrechen lassen. Die bereits angekündigte Wertberichtigung auf Feinchemieaktivitäten von einer halben Milliarde Euro drückte das Nettoergebnis sogar in den roten Bereich.

HB DÜSSELDORF. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern verringerte sich im Quartal zum Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 238 (272) Mill. Euro, teilte die Düsseldorfer Degussa AG am Donnerstag in ihrem Zwischenbericht mit. Der Umsatz ging auf 2,852 (2,970) Mrd. Euro zurück. Für das Gesamtjahr bekräftige Degussa die Prognose, den Rückgang von Umsatz und Betriebsergebnis im Kerngeschäft im einstelligen Prozentbereich zu halten.

„Die erhoffte konjunkturelle Belebung ist nicht eingetreten“, erklärte Konzernchef Utz-Hellmuth Felcht. Degussa habe den Ergebnisrückgang aber in Grenzen halten können. Wegen der angekündigten Wertberichtigung von 500 Mill. Euro verzeichnete Degussa unter dem Strich einen Nettoverlust von 349 Millionen Euro nach einem Gewinn von 67 Mill. Euro im Vorjahresquartal. Dadurch werde der Konzern auch im Gesamtjahr einen Verlust ausweisen. Degussa hatte die Wertberichtigung Ende Oktober angekündigt und sie mit Überkapazitäten und Preisdruck begründet. Degussa spürt vor allem den Preisdruck seitens seiner asiatischen Konkurrenten.

Im ersten Halbjahr 2003 hatten der hohe Euro-Wechselkurs, gestiegene Rohstoff-Preise und eine sinkende Nachfrage schon Umsatz und operativen Gewinn von Degussa geschmälert. Das Unternehmen hatte seine Geschäftsprognose für das Gesamtjahr danach deutlich nach unten korrigiert. Die Chemiebranche ist wegen ihres hohen Export-Anteils besonders anfällig für Währungsschwankungen. Degussa erwirtschaftete im ersten Halbjahr 73 Prozent des Umsatzes im Ausland.

Bis Mitte 2004 halten der Bergbau- und Chemiekonzern RAG und Deutschlands größter Energiekonzern Eon jeweils 46,48 Prozent an Degussa. Danach will die RAG ihre Beteiligung auf 50,1 Prozent erhöhen.

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